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Eurokrise: IWF warnt vor Engpass bei Europas Banken

von rtr/dapd Handelsblatt

Zunächst hatte IWF-Chefin Christine Lagarde gewarnt, nun legt der Fonds drastische Zahlen nach: Europas Banken seien um bis zu 200 Mrd. Euro unterfinanziert. Eine gewaltige Zahl - und Anlass für einen heftigen Streit.

IWF-Chefin Christine Lagarde Quelle: REUTERS
IWF-Chefin Christine Lagarde war bis vor wenigen Wochen Finanzministerin in Paris REUTERS/Eric Vidal Quelle: REUTERS

Der Internationale Währungsfonds rechnet bei europäischen Banken offenbar mit einer Kapitallücke von bis zu 200 Milliarden Euro. Ursache dafür seien die Bestände von Anleihen europäischer Schuldenstaaten, die bei einer Bewertung zu Marktpreisen das Eigenkapital der Banken um bis zu zwölf Prozent verringern würden.

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Das verlautete aus europäischen Kreisen. Der IWF will seine Analyse in seinem regelmäßig erscheinenden Finanzstabilitätsbericht vor den Herbsttreffen von IWF und Weltbank Ende September veröffentlichen. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“ wurde untersucht, welche Auswirkungen eine Neubewertung von Staatsanleihen hätte.

Banken weisen Berichte zurück

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, und auch der deutsche Bankenverband wiesen alle Berichte über einen dringenden Kapitalbedarf deutscher Banken zurück.

Auch die spanische Finanzministerin Elena Salgado kritisierte die IWF-Schätzung als „verzerrt“. Die Institution habe nur potenzielle Verluste untersucht und dabei deutsche Bundeanleihen ignoriert, deren Wert gestiegen sei, sagte Salgado der „FT“.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, europäische Banken zu einer besseren Kapitalausstattung zu zwingen und stieß damit in Europa auf viel Kritik. Zuletzt sagte der französische François Baroin, es gebe keinen Grund, sich über die Gesundheit des Bankensektors in Frankreich Sorgen zu machen. Auch der französische Notenbankchef Christian Noyer sagte, die Geldinstitute des Landes seien solide und gut kapitalisiert.

Bankenverband wirft Lagarde Panikmache vor Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) warf Lagarde indirekt Panikmache und Verunsicherung der Märkte vor. Die Institute bräuchten im Moment keine frischen Mittel, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Michael Kemmer, der Tageszeitung „Die Welt“. „Die Banken sind gut kapitalisiert“, betonte er. „Man tut nicht gut daran, Aufgeregtheiten zu provozieren“, sagte er an die Adresse Lagardes gerichtet.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.09.2011, 23:12 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    Es droht ein Schulden-Tsunami.
    Die Hoffnung, dass das Wachstum die Haushalte wieder ins Gleichgewicht bringt, ist trügerisch. Denn die industrieländer sind durch die Krise langfristig geschwächt.
    Dennis Snower, Präsident des Kieler instituts für Weltwirtschaft. Wo er Recht hat, hat er Recht.
    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/es-droht-ein-schulden-tsunami/3408424.html

  • 04.09.2011, 22:48 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    „ich kann nicht erkennen, dass in den banken neue Risiken schlummern“, sagte Kemmer.
    Tja, gegen Unwissenheit hilft bildung.

    +++ 18,2 billionen Euro faule Werte vergiften europäische banken +++
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-banken?from=gl.home_Wirtschaft
    Nur durch eine Änderung des bilanzrechts wurden die Risiken aus den bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.
    in den letzten 3 Jahren genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Natürlich schon wieder alles auf Pump.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176

    Doch die ganzen Milliarden und billionen wurden schon wieder im Eigenhandel und an den börsen verzockt. Die bankster sind schon wieder/immer noch pleite, noch mehr pleite geht nicht mehr.
    Da hilft auch keine Schminke mehr, um den Zusammenbruch des Finanzsystems zu übertünchen.
    Oder schon alles aufbereitet: http://siggi40.magix.net/website#Geld

    Noch ist dafür Zeit, sein Vermögen günstig und sicher in Edelmetalle und Rohstoffe umzuschichten.

  • 02.09.2011, 13:41 UhrAnonymer Benutzer: Sterbende_Demokratie

    Und ich warne vor einem baldigen Engpass der deutschen Steuerzahler!

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