Euroland: Sprengen Spanien, Portugal und Griechenland die Währungsunion?

Euroland: Sprengen Spanien, Portugal und Griechenland die Währungsunion?

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Feuerwerk zur Euro-Einführung am 1. Januar 2002

Auf dem globalen Finanzmarkt macht der erfolgreiche Euro sogar dem Dollar überraschend starke Konkurrenz. Doch innerhalb der Euro-Zone wachsen die Gefahren für die Einheitswährung – die Europäische Zentralbank steht vor dem bislang schwierigsten Jahr seit ihrer Gründung vor zehn Jahren.

Mit seinen 77 Jahren zieht der Philanthrop und Multimilliardär George Soros Zuhörer immer noch in seinen Bann. Jüngst unterhielt die Finanzmarkt-Legende das Publikum im überfüllten Saal des Warande-Clubs in Brüssel mit seinen Gedanken zur Finanzkrise. Eine Anmerkung blieb den versammelten EU-Beamten, Ökonomen und Bankenexperten besonders im Gedächtnis haften: „Ein weltweites Finanzsystem mit dem Dollar und Euro als Hauptwährungen ist langfristig nicht stabil“, prophezeit Soros. Die Prognose des Amerikaners, der sein immenses Vermögen durch Spekulation aufgebaut hat: Auf Dauer werde wieder der Dollar die globalen Finanzmärkte dominieren.

In Europas Hauptstadt wird so ein Satz als Provokation empfunden, dominiert hier doch die Freude über die unerwartet positive Entwicklung der Gemeinschaftswährung. Zehn Jahre nachdem die EU-Staats- und Regierungschefs am 2. Mai 1998 die Grundlagen für die gemeinsame Währung gelegt haben, hat sich der Euro zum Zahlungsmittel mit echter Weltgeltung aufgeschwungen (siehe WirtschaftsWoche 48/2007). Unternehmen und Staaten geben mittlerweile mehr Anleihen in Euro als in Dollar heraus. Der Euro-Anteil an den weltweiten Notenbankenreserven hat sich seit dem Arbeitsbeginn der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni 1998 von 18 auf 26 Prozent erhöht. Rund um den Globus sind sogar ein Viertel mehr Euro- als Dollar-Scheine im Umlauf.

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Bislang sieht alles so aus, als würde nicht Soros, sondern der US-Ökonom Fred Bergsten Recht behalten. Er prognostizierte bereits Ende der Neunzigerjahre, dass der Dollar mit dem Euro einen ernsthaften Wettbewerber bekommen würde – zum ersten Mal seit er vom britischen Pfund die Rolle als Leitwährung übernahm. Manche Analysten sehen den Dollar nun schon als Verlierer im Duell. Der renommierte US-Ökonom Jeffrey Frankel von der Harvard University etwa erwartet, dass der Euro ab 2020 die Rolle der globalen Leitwährung vom Dollar übernehmen wird.

Der Euro auf Siegeszug

Nicht einmal die enthusiastischsten Fürsprecher der Gemeinschaftswährung hatten erwartet, dass sich der Euro in seinem ersten Jahrzehnt so gut schlagen würde. „Wir können die Wirtschafts- und Währungsunion mittlerweile über einen ganzen Konjunkturzyklus verfolgen“, sagt der zuständige EU-Kommissar Joaquín Almunia, „und ich freue mich, sagen zu können, dass der Euro ein Erfolg ist.“

Für 320 Millionen Europäer ist es längst selbstverständlich geworden, ihre Finanztransaktionen in der Gemeinschaftswährung abzuwickeln. Sie reisen, ohne Geld umzutauschen. Unternehmen müssen bei ihren Geschäften in der Euro-Zone kein Wechselkursrisiko mehr einkalkulieren, was zu zehn Prozent mehr Handel führt. Und niemand mag sich vorstellen, wie Europa die gegenwärtige Finanzkrise bewältigen würde, wenn statt der EZB noch die nationalen Notenbanken das Sagen hätten und zur Rettung ihrer Währungen an den Devisenmärkten intervenieren müssten. „Wenn wir in der aktuellen Situation 15 Währungen hätten, wäre das eine Katastrophe“, sagt ein hoher Beamter der Generaldirektion Wirtschaft und Währung.

Und dennoch weiß die EU-Kommission, dass dem Euro die eigentliche Bewährungsprobe noch bevorsteht. An diesem Mittwoch legt Kommissar Almunia ein Strategiepapier vor, in dem er darstellt, wie die sich Währungsunion wappnen muss, um die Herausforderungen der kommenden Dekade zu bestehen.

Davon gibt es nicht zu wenige. Mit wachsender Mitgliederzahl wird die Währungsunion immer heterogener. Zu den elf Gründungsstaaten sind mittlerweile Griechenland und die EU-Neumitglieder Slowenien, Malta und Zypern hinzugekommen. Am Mittwoch wird die Kommission beschließen, zum 1. Januar 2009 auch die Slowakei aufzunehmen. Im Juli sollen die europäischen Finanzminister festlegen, mit welchem Wechselkurs dies geschieht.

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