Europäische Zentralbank: Widerstand gegen Axel Weber

Europäische Zentralbank: Widerstand gegen Axel Weber

Bild vergrößern

Axel Weber

von Gerhard Bläske

Die Ernennung des Bundesbank-Chefs Axel Weber zum EZB-Präsidenten droht am Widerstand Frankreichs zu scheitern. Es gibt Alternativen.

Vor einem Jahr schien noch alles klar zu sein. Auf dem informellen EU-Gipfel im Februar hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Bundesbank-Präsidenten Axel Weber den Weg an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) geebnet (WirtschaftsWoche 6/2010). Der amtierende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet scheidet am 31. Oktober 2011 aus. Doch seit damals hat nicht nur die Euro-Krise die Finanzwelt erschüttert, sondern auch Weber mit seiner harten öffentlichen Kritik an der EZB. Da half auch die Charme-Offensive wenig, die er Ende November in Paris startete. Vor französischen Wirtschaftsbossen und Politikern äußerte er sich in der Residenz des deutschen Botschafters ungewöhnlich konziliant. Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat ihn allerdings nicht empfangen – anders als den Gouverneur der italienischen Zentralbank Mario Draghi, der als Rivale Webers um den Chefposten der EZB gilt.

Entscheidung erst im Sommer

Immerhin soll Sarkozy akzeptiert haben, dass nach dem Niederländer Wim Duisenberg und dem Franzosen Trichet nun ein Deutscher als Repräsentant der wichtigsten Volkswirtschaft Europas dran ist. Er habe, heißt es in Paris, der Bundeskanzlerin eine Art Shortlist mit drei ihm genehmen Kandidaten vorgelegt: der Staatssekretär im Finanzministerium und einstige Weber-Schüler Jörg Asmussen, der Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik im Kanzleramt, Jens Weidmann, und der Chef des Europäischen Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling.

Anzeige

Beobachter gehen davon aus, dass die Entscheidung erst im Sommer fällt – womöglich im Zusammenhang mit einer Neubesetzung des Chefpostens beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Da Asmussen und Weidmann Bankererfahrung fehlt, könnte am Ende ein Nicht-Deutscher zum Zuge kommen: der Luxemburger Zentralbank-Chef Yves Mersch, der deutschen Positionen nahesteht.

Auf finanzpolitische Ratschläge aus Deutschland muss Sarkozy aber nicht verzichten. Ex-Bundespräsident Horst Köhler reist an diesem Wochenende nach Paris, um mit 14 anderen Währungsexperten, darunter Ex-IWF-Chef Michel Camdessus und der frühere US-Notenbank-Boss Paul Volcker, über eine Reform des Weltwährungssystems nachzudenken. Das Thema ist ein Schwerpunkt der französischen Präsidentschaft der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20).

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%