Europäisches Parlament: Ungleiches Duo für Umwelt und Industrie

Europäisches Parlament: Ungleiches Duo für Umwelt und Industrie

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Herbert Reul (CDU)

Zwei prominente deutsche EU-Abgeordnete übernehmen Schlüsselpositionen in der Maschinerie der europäischen Gesetzgebung. Der eine gilt als Kernenergielobbyist, der andere will die solare Wasserstoffwirtschaft in der EU verwirklichen.

Der ehemalige Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, Herbert Reul, wird Vorsitzender des einflussreichen Industrieausschusses und der saarländische SPD-Europaabgeordnete Jo Leinen übernimmt den Vorsitz des EP-Umweltausschusses.

Die beiden sind wie Feuer und Wasser. Während Reul für längere Laufzeiten und den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland eintritt, sieht der Anti-AKW-Aktivist und Brokdorf-Besetzer der 1980-er Jahre, Leinen, mit dem "new green deal" und grünen Jobs in der EU den Ausweg aus der Wirtschaftskrise mit innovativen Umwelttechnologien. Die Grundpositionen der Beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. "Ich habe Zweifel daran, dass der Mensch wirklich so viel zur Erderwärmung beiträgt, wie allgemein behauptet wird", sagt Reul. "Um den Klimawandel zu stoppen, bedarf es des Aufbaus einer vollständigen und umfassenden solaren Wasserstoffwirtschaft", hält Leinen dagegen. 

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Wie Feuer und Wasser

Gleichzeitig repräsentieren die beiden CDU- und SPD-Abgeordneten zwei höchst unterschiedliche Grundpositionen in der Industrie,- Energie- und Umweltpolitik. Während Reul aus dem Bergischen Land im Koordinatendreieck zwischen Düsseldorf, Solingen und Gummersbach sich die energiepolitischen Interessen von RWE und Vattenfall auf die Fahnen geschrieben hat, repräsentiert der an der deutsch-französischen Grenze geborene Saarländer Leinen als ehemaliger Aktivist der Friedensbewegung den Kernenergie-Ausstiegsflügel seiner Partei. "Warum ist die Politik nicht bereit, ganz nüchtern über Energiequellen zu reden und die zuzulassen, die günstigere Preise haben.

Streit um Kernenergie

"Kernenergie ist bekanntermaßen günstiger" vertritt Reul. "Das Abenteuer Atomenergie ist, als ob man ein Flugzeug startet, aber keine Landebahn hat", beanstandet Leinen. Irgendwann und irgendwo müsse der Atommüll, der in all den Jahrzehnten produziert wurde, entsorgt werden. Der eigentliche Skandal sei doch, dass Atomkraftwerke weiter laufen, fortwährend Müll produzieren und die Entsorgung weiterhin unklar sei.

Contra von Reul: "Warum müssen alle Stromerzeuger soviel Geld bezahlen für Erneuerbare Energieförderung, wie zum Beispiel bei Windenergie, die offensichtlich nur begrenzte Möglichkeiten hat?, fragt Reul. "Ja, das ist schon wie Feuer und Wasser, der klassische Konflikt", räumt Leinen im Gespräch mit wiwo online ein. Er verfügt über ein exzellentes Netzwerk in ganz Europa, spricht fließend französisch und englisch vor jeder TV-Kamera.

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