Explosion in Tianjin: Zahl der Toten steigt auf 114

Explosion in Tianjin: Zahl der Toten steigt auf 114

, aktualisiert 17. August 2015, 07:37 Uhr
Bild vergrößern

Auch vier Tage nach den verheerenden Explosionen im Hafen der nordostchinesischen Millionenstadt Tianjin wütet das Feuer weiter. Aus Furcht vor giftigen Gasen ordneten die Behörden am gestrigen Samstag die Räumung eines Gebiets in einem Umkreis von drei Kilometern an.

Fünf Tage nach dem verheerenden Explosionsunglück im Hafen der nordchinesischen Metropole Tianjin ist die Zahl der Toten auf 114 gestiegen. 70 Menschen werden noch vermisst, die Bergungsarbeiten laufen schleppend.

Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Zahl sei von zuvor 95 gefallen, da 25 Vermisste unter den Toten identifiziert worden seien. Unter den Opfern sind Dutzende Feuerwehrleute, die zu dem Feuer gerufen worden waren, als sich die Explosionen ereigneten.

Die Bergungsarbeiten kommen wegen der Gefahren in den Trümmern und teils noch schwelender Brände nur langsam voran. Am Montagmorgen ereignete sich erneut eine kleinere Explosion, wie das Staatsfernsehen berichtete. Rauch stieg auf. Mehr als 3000 Helfer sind nach Militärangaben im Einsatz. In Krankenhäusern wurden 698 Verletzte behandelt. Darunter sind 57 Schwerverletzte.

Anzeige

Die Oberste Volksstaatsanwaltschaft kündigte eine Untersuchung gegen die Verantwortlichen des Unglücks an. Unter anderem soll geklärt werden, ob die Firma, in deren Lager es zu den Explosionen gekommen war, ihre Sorgfaltspflicht erfüllt habe oder nicht. Die Behörden bestätigten am Sonntag, dass dort mehrere hundert Tonnen der giftigen Chemikale Natriumzyanid aufbewahrt worden waren. Eigentlich sind nur zehn Tonnen erlaubt.

Staatlichen Medien zufolge wurde der Generaldirektor des Lagerhausbetreibers Ruihai International Logistics im Krankenhaus unter Polizeibewachung gestellt. Dort wurde er behandelt, nachdem er sich bei dem Unglück Verletzungen zugezogen hatte.

In einem Hafenlager der Millionenmetropole waren am Mittwochabend gefährliche Chemikalien explodiert und hatten auf dem Gelände im Binhai Distrikt schwere Zerstörungen und selbst in einem kilometerweiten Umkreis noch Schäden angerichtet. Unter den Anwohnern geht die Angst vor giftigen Stoffen in Luft und Wasser um, da Hunderte Tonnen hochgiftiger Chemikalien dort gelagert waren.

Bei einem Besuch am Unglücksort erwies Ministerpräsident Li Keqiang den getöteten Feuerwehrleuten am Sonntagabend mit einer Schweigeminute seinen Respekt und beschrieb sie als Helden. Nach Klagen empörter Familien über die Ungleichbehandlung der frei vom Hafenbetreiber angeworbenen Brandbekämpfer und der offiziellen Feuerwehrleute, die in China zum Militär gehören, betonte der Premier, alle hätte die gleiche Ehre verdient. Auch werde den Angehörigen die gleiche Entschädigung gezahlt. Anfangs waren die vermissten freien Löschkräfte nicht einmal mitgezählt worden, was Proteste auslöste.

Logistikkonzern Ruihai Logistics Explosionen ereigneten sich in Lager für Gefahrengüter

Mindestens 44 Menschen sind bei einer schweren Explosion in Tianjin ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. Die erste Explosion ereignete sich in einem Warenlager des Ruihai Logistics-Konzerns.

Die Explosion ereignete sich in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Quelle: dpa

Nach einer teils chaotischen Informationspolitik, die wenig zur Beruhigung der Bevölkerung beigetragen hat, forderte Li Keqiang, die Öffentlichkeit schnell zu unterrichten, damit sie sich ein „klares Bild“ von der Lage machen könne, wie die Staatsagentur schrieb. Der Premier mahnte, dass die Ursache der Katastrophe eingehend untersucht und die Verantwortlichen streng bestraft werden müssten.

Ein Ermittlungsteam des Staatsrates sowie die Generalstaatsanwaltschaft haben Untersuchungen eingeleitet. Landesweit wurden Inspektionen im Umgang mit gefährlichen Chemikalien und Explosivstoffe angeordnet.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%