Expo 2010: Deutsche Wirtschaft hofft auf Rückenwind durch die Expo

Expo 2010: Deutsche Wirtschaft hofft auf Rückenwind durch die Expo

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Einige Polizisten vor dem deutschen Pavillon der Expo.

von Matthias Kamp

Zahlreiche deutsche Unternehmen profitieren von der Weltausstellung in Shanghai – und rechnen mit Folgeaufträgen auf dem Wachstumsmarkt China.

Uli Haug sieht die Weltausstellung als einmalige Chance. „Potenzielle Kunden, chinesische Regierungsvertreter und Architekten sehen auf der Expo unsere Produkte“, sagt der Vorstand der Fohhn AG. Das kleine Unternehmen aus Nürtingen bei Stuttgart entwickelt hochwertige Lautsprecher für Theater, Konzertsäle und große Hallen. Derzeit trägt das Chinageschäft bei Fohhn rund fünf Prozent zum Gesamtumsatz bei. Durch die Präsenz auf der Weltausstellung soll sich das ändern. Die schwäbische Firma hat den deutschen und den Schweizer Pavillon ausgestattet, außerdem nutzt der staatliche chinesische Energieversorger State Grid bei seinem Expo-Auftritt Soundsysteme von Fohhn. Haug: „Das bringt uns richtig Aufmerksamkeit in China.“

Nicht nur der kleine Lautsprecher-Entwickler aus Schwaben hofft, im Windschatten der Weltausstellung zu neuen Geschäftserfolgen im Reich der Mitte zu segeln. Deutsche Großkonzerne wie der Expo-Sponsor Siemens, der Spezialglashersteller Schott aber auch zahlreiche Mittelständler wollen die Expo als Plattform zum Ausbau des Chinageschäfts nutzen. Die Präsenz in Shanghai, wo während der sechsmonatigen Dauer der Weltausstellung zahlreiche hohe Regierungsvertreter vorbeischauen, soll den deutschen Firmen zu neuen Aufträgen in China verhelfen.

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Wichtiger Markt für Spezialglashersteller

Große Erwartungen hat der Spezialglashersteller Schott an die Expo. „Wir erhoffen uns Aufmerksamkeit unserer Produkte bei Chinesen“, sagt ein Sprecher bei Schott. Das Unternehmen hat aus Solarmodulen die Außenfassade des deutschen Pavillons „Balancity“ errichtet. Außerdem hat Schott einen Teil des Pavillons mit LED-Leuchten ausgestattet. China ist bereits ein wichtiger Markt für den Spezialglashersteller. Eigene Zahlen zum Chinageschäft veröffentlicht Schott nicht, doch Asien trägt inzwischen fast 20 Prozent zum Gesamtgeschäft des Unternehmens bei. In Zukunft soll der Anteil kräftig steigen. Dazu betreiben die Deutschen in Suzhou in der Nähe von Shanghai eine eigene Fertigung. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in China gut 500 Mitarbeiter. Jetzt überlegt die Schott-Tochter Schott-Solar, in Asien ein weiteres Werk zu errichten. „Und da schauen wir uns auch China an“, heißt es im Unternehmen.

Am stärksten von den deutschen Firmen profitiert aber wohl der Expo-Sponsor Siemens von der Weltausstellung. Aufträge im Umfang von einer Milliarde Euro, rechnen die Münchner vor, hat der Konzern durch die Expo eingefahren. Den größten Teil machen energiesparende und umweltschonende Lösungen und Produkte aus. So hat Siemens eine Reihe von Pavillons und den Expo-Boulevard mit insgesamt 50000 Leuchtdioden ausgesattet. Die LEDs verbrauchen im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen 80 Prozent weniger Strom. Eines der größten Siemens-Projekte auf dem Gelände ist der chinesische Pavillon mit einer Fläche von 160000 Quadratmetern. Er ist vollgepackt mit energiesparender Gebäudetechnik. Auch das so genannte Hamburg House auf der Expo haben die Münchner mit energiesparender Technik ausgestattet. Das Gebäude versorgt sich nahezu selbst mit Energie über die Wärme, die Geräte und Besucher abgeben.

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