
Quito/WashingtonEcuadors Nationalversammlung hat Drohungen der britischen Regierung verurteilt, zur Festnahme von Wikileaks-Gründer Julian Assange notfalls in die Londoner Botschaft des Landes einzudringen. Dies stelle einen „Angriff auf die nationale Souveränität“ dar und sei ein Verstoß gegen internationales Recht, heißt es in einer Erklärung, die das Parlament am Freitag mit 73 Stimmen von 80 Anwesenden beschloss.
Ecuador hatte dem in die Botschaft geflüchteten Assange am Donnerstag Asyl gewährt. Daraufhin drohten die Briten zunächst, sie könnten auf Grundlage eines Gesetzes von 1987 in die Botschaft eindringen und Assange dort festnehmen. Inzwischen ist davon aber keine Rede mehr. Gegen Assange existiert ein EU-weiter Haftbefehl aus Schweden wegen des Verdachts auf Sexualdelikte.
Am Samstag wollen die Mitglieder der Bolivarischen Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA) in Ecuador über den Fall beraten. Das Bündnis steht unter der Federführung von Venezuela und Kuba. Die ALBA unterstütze die „klare und würdevolle Haltung“ Ecuadors, erklärte ALBA-Generalsekretär Rodolfo Sanz.
Die Außenminister des südamerikanischen Staatenbundes Unasur haben ebenfalls ein Treffen am Sonntag angesetzt, um eine gemeinsame Haltung in der Frage zu beraten. In der kommenden Woche soll es auch ein Treffen der Außenminister der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) geben. Für die Dringlichkeitssitzung der Außenminister sprachen sich an diesem Freitag in Washington 23 OAS-Staaten aus. Dagegen stimmten die USA, Kanada sowie Trinidad und Tobago.
Assange hatte in Großbritannien in einem anderthalbjährigen Prozessmarathon versucht, die Auslieferung gerichtlich zu verhindern. Nach erfolglosem Ausschöpfen des gesamten Instanzenweges hatte er sich in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet.














