Fall Kim Jong Nam: Ermittler verdächtigen Botschaftsmitarbeiter

Fall Kim Jong Nam: Ermittler verdächtigen Botschaftsmitarbeiter

, aktualisiert 22. Februar 2017, 10:35 Uhr
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Malaysias Polizeichef sucht nach einem Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Fall Kim Jong Nam erreicht die hohe Diplomatie: Malaysia verdächtigt einen Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft, in den Tod des Halbbruders von Herrscher Kim Jong Un verwickelt zu sein.

Kuala LumpurUnter acht verdächtigen Nordkoreanern im Fall Kim Jong Nam ist nach Angaben der malaysischen Polizei auch ein Mitarbeiter der Botschaft des Landes. Es handele sich dabei um den Zweiten Sekretär, teilte der malaysische Polizeichef des Landes, Khalid Abu Bakar, am Mittwoch mit. Es werde vermutet, dass er sich noch in Malaysia aufhalte. Ein weiterer Nordkoreaner sei in Gewahrsam genommen worden, drei weitere noch auf der Flucht. Vier seien vermutlich am Tag des Todes von Kim Jong Nam zurück nach Nordkorea gekehrt.

Malaysische Ermittler hätten Pjöngjang aufgefordert, die Verdächtigen zu suchen und zurück nach Malaysia zu überstellen. Abu Bakar bestätigte nicht, dass die nordkoreanische Regierung hinter dem mutmaßlichen Giftmord an Kim Jong Nam steckte. Aber es sei klar, dass Nordkoreaner in den Fall involviert seien.

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Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers war vergangene Woche plötzlich gestorben. Videoaufnahmen vom Flughafen Kuala Lumpur zeigen, wie zwei Frauen sich in Kims Richtung bewegten. Eine drückte ihm von hinten etwas auf das Gesicht. Dieser klagte daraufhin über Schwindel und war wenige Stunden später tot.

Südkorea verdächtigt Nordkorea, Kim mit Hilfe von Geheimagenten umgebracht zu haben. Welches Gift sie dabei verwendet haben könnten, ist unklar. Auch Toxikologen rätseln, wie die beiden Frauen Kim eine tödliche Substanz ins Gesicht gedrückt haben sollen, ohne selbst dabei zu Schaden zu kommen. Spekuliert wird, dass es vielleicht ein Nervengas oder Ricin gewesen sein könnte.

Polizeichef Abu Bakar erklärte, die zwei verdächtigen Frauen seien für entsprechende Angriffe trainiert gewesen. Sie seien erprobt darin gewesen, jemandem eine giftige Substanz ins Gesicht zu schmieren und dann die Hände zu waschen. Eine Autopsie von Kim Jong Nam hatte unterdessen keine Ergebnisse gebracht. Es seien keine Anzeichen für einen Herzinfarkt und auch keine Einstiche gefunden worden, sagte der Generaldirektor der Gesundheitsbehörde Malaysias, Noor Hisham Abdullah, am Dienstag.

Quelle:  Handelsblatt Online
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