Faule Bankkredite: Deutschland soll gegen eine EU-Bad-Bank sein

Faule Bankkredite: Deutschland soll gegen eine EU-Bad-Bank sein

, aktualisiert 05. April 2017, 21:39 Uhr
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Nach Ansicht der deutschen Regierung sollte es keine EU-weite Bank für faule Kredite geben.

Quelle:Handelsblatt Online

Insidern zufolge hält die Bundesregierung nichts von einer Bad Bank der Europäischen Union für faule Bankkredite. Dadurch seien keine Vorteile zu erwarten. Zudem sei das Phänomen auf einzelne Mitgliedsländer beschränkt.

BrüsselDie Bundesregierung sperrt sich Insidern zufolge gegen den Aufbau einer Bad Bank der Europäischen Union für faule Bankkredite. Eine solche Abwicklungseinrichtung sei nicht zweckmäßig, da dadurch keine Vorteile zu erwarten seien, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen. Zudem sei das Phänomen fauler Bankkredite kein gesamteuropäisches Problem, sondern auf einzelne Mitgliedsländer beschränkt.

Die EU-Finanzminister wollen bei ihrem Treffen am Freitag und Samstag auf Malta eine Lösung für den Umgang mit den faulen Krediten finden. Ein EU-Vertreter in Brüssel hatte erklärt, die Ressortchefs dürften bei ihren informellen Beratungen feststellen, dass das Problem eine gesamteuropäische Dimension habe. Die Diskussion über den Umgang mit den sogenannten Non Performing Loans (NPL) verlaufe aber recht schleppend. Wenn das weiterhin der Fall sei, werde es bis zu einer Lösung noch eine Weile dauern.

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In der Staatengemeinschaft haben laut EU-Vertretern die Banken in Griechenland, Zypern, Portugal, Italien, Slowenien und Irland am stärksten mit Problemdarlehen zu kämpfen. Laut einem EU-Papier zur Vorbereitung des Malta-Treffens ächzen die Banken in der Union insgesamt unter faulen Krediten in Höhe von einer Billion Euro. Das entspreche 5,4 Prozent aller Kredite der Geldhäuser. EU-Vertretern zufolge liegt der Wert in einzelnen Staaten aber bei bis zu 47 Prozent.

In dem Papier werden als mögliche Auswege ein gemeinsamer Umgang der Aufsichtsbehörden mit faulen Krediten, eine Vereinheitlichung des Insolvenzrechts sowie die Schaffung eines Sekundärmarktes für NPL vorgeschlagen. Diese Punkte finden auch im Bundesfinanzministerium Anklang.

Der Chef der europäischen Banken-Regulierungsbehörde EBA, Andrea Enria, hatte aber unlängst gefordert, eine Art EU-weiten Vermögensverwalter zu schaffen, der den Geldhäusern ihre faulen Kredite abkauft und an private Investoren weiter veräußert. Die oberste EU-Bankenabwicklerin, Elke König, hatte sich gegen eine europaweite Bad Bank ausgesprochen. König leitet die Behörde SRB zur Abwicklung maroder Banken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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