Fed-Chef Bernanke hält die Geldschleusen offen: Schluss mit dem Eiertanz der Notenbank

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KommentarFed-Chef Bernanke hält die Geldschleusen offen: Schluss mit dem Eiertanz der Notenbank

von Angela Hennersdorf

Wann, in welcher Form und wie die Fed endlich ihre Geldflut stoppen und die Niedrigzinspolitik beenden will, das weiß der oberste US-Geldhüter offen gestanden selbst nicht. Der fatale Eiertanz der Zentralbank muss endlich aufhören.

Wer gedacht hatte, dieses Mal aber würde US-Notenbank-Chef Ben Bernanke endlich mal  Tacheles reden, und mit einem soliden Zeitplan um die Ecke kommen, in welchem Umfang , wann und wie die Fed ihre lockere Geldpolitik beenden wolle, der hatte sich gewaltig getäuscht.

Statt den Ausstieg zu erklären, verkündete Bernanke in seiner gewohnt ruhigen, fast stoischen Art, bei der Anhörung vor dem US-Kongress in Washington, die Federal Reserve werde mit ihrer lockeren Geldpolitik weitermachen wie bisher. Einen genauen Zeitplan könne er nicht vorlegen. Vielleicht Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres.  Schließlich, so Bernanke, „befinden wir uns in einer schwierigen ökonomischen Situation, wenngleich die Konjunkturrisiken abgenommen haben in den vergangenen Monaten. “  

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Widersprüchliche Aussagen

Na, danke schön, Mr. Bernanke. Was sollen wir mit einer derart weichgespülten Aussage denn nur anfangen? Warum schweigt er nicht einfach still, anstatt mit widersprüchlichen Aussagen die Märkte weiter zu verwirren?   

Erstmals im Mai und dann noch einmal Mitte Juni hatte der Notenbank-Chef angekündigt, die Anleihenkäufe der Federal Reserve von derzeit monatlich 85 Milliarden US-Dollar in diesem Herbst zurückzufahren und Mitte kommenden Jahres auslaufen zu lassen. Auf ein Ende der dritten Runde der quantitativen Lockerung, um die Konjunktur anzukurbeln, reagierten die globalen Aktienmärkte schockiert, die Kurse purzelten, die Zinsen stiegen.

Keine zwei Wochen später, Anfang Juli, nahm Bernanke den Wind wieder aus den Segeln und versicherte bei einer Rede, die lockere Geldpolitik werde noch länger andauern. Bei der Anhörung vor dem US-Kongress wiederholte er diese Aussage nun.

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Wenig Zuversicht

Zuversicht hört sich jedenfalls anders als: Die Arbeitslosigkeit in den USA sei mit 7,6 Prozent immer noch viel zu hoch, sagte Bernanke. Vor allem die hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen machten ihm sorgen. Wie die Fed allerdings mit ihren geldpolitischen Tools, also niedrigen Zinsen und einer Geldflut der Finanzmärkte, die strukturelle Arbeitslosigkeit in den USA bekämpfen will, das bleibt ein Rätsel.

Viel Eigenlob

Dafür sparte Bernanke nicht an Eigenlob vor dem US-Kongress. Er sei sehr zufrieden mit der Kommunikationspolitik der Fed. Die Märkte verstünden langsam die Botschaft der Notenbank und reagierten weniger volatil.

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Der Euro fiel nach Bernankes Aussage wieder unter die Marke von 1,31 US-Dollar, während die US-Aktienmärkte moderate Gewinne einstrichen und auch der Dax mit immerhin 0,65 Prozent höher bei  8254,72 Punkten schloss.

Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass die Märkte ganz froh sind, dass es ersteimal so weiter geht wie bisher. Denn, welche Folgen genau ein Exit der Fed aus der lockeren Geldpolitik auf die Konjunktur haben wird, das lässt sich tatsächlich nur erahnen.

Ein historischer Moment war der Auftritt von Bernanke vor dem US-Kongress höchstwahrscheinlich aber schon. Bernankes Amtszeit läuft Ende Januar 2014 aus. In Washington pfeifen es schon die Spatzen von den Dächern, dass Bernanke nicht weitermachen wird. Die Anhörung vor dem US-Kongress wird also sein letzter öffentlicher Auftritt in Washington gewesen sein.

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