Fed-Studie zu US-Einkommen: Die Reichen werden reicher, der Rest fällt zurück

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Fed-Studie zu US-Einkommen: Die Reichen werden reicher, der Rest fällt zurück

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Während die Lohnzuwächse gering sind, werden nur die Reichen reicher

von Tim Rahmann

Geht die Schere zwischen Reich und Arm weiter auseinander? Die Fed stellt in einer aktuellen Studie fest, dass die Einkommen insgesamt wachsen – aber nur, weil die reichsten zehn Prozent massiv zulegen.

Hatte Piketty doch Recht? Der französische Ökonom behauptete in seinem viel diskutierten Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, dass die Schere zwischen Arm und Reich größer wird. Der Grund: Vermögen habe sich immer weiter von der Arbeit entkoppelt.

Nicht wer viel arbeitet, hat viel Geld. Sondern wer viel besitzt, ist am ehesten in der Lage, seinen Reichtum zu vergrößern. Das sei besonders in Zeiten niedrigen Wachstums der Fall.

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Pikettys These wurde zunächst bejubelt, etwa von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der das fast 1000 Seiten starke Werk als „Revolution“ pries, das zum Nachdenken über Ungleichheit anrege. Kritiker warfen Piketty hingegen vor, falsche Zahlen verwendet und falsche Schlüsse gezogen zu haben. Der Franzose wies das zurück.

Eine aktuelle Studie der US-Notenbank Fed dürfte die Debatte um wachsende Ungleichheit neu entfachen. Deren wichtigstes Ergebnis nämlich lautet: Zwischen 2010 und 2013 stieg das durchschnittliche Einkommen einer US-Familien real, sprich: um Preissteigerungen bereinigt, um vier Prozent.

Allerdings kam dieser allgemeine Zuwachs nur durch ein Plus bei den obersten zehn Prozent der Gesellschaft an. Ihr Einkommen stieg um zehn Prozent auf knapp 400.000 US-Dollar. Die mittleren Einkommensklassen stagnierten hingegen auf dem 2010er-Niveau, die unteren Einkommensklassen haben gar weniger Einkommen, als noch im Jahr 2010.

Reiche profitieren von lockerer Geldpolitik

Der Grund ist einfach: In Märkten, die nur schwach wachsen - so wie es in den USA oder auch Deutschland der Fall ist -, sind die Lohnzuwächse gering. Der Reichtum wächst vor allem bei denjenigen, die viele Aktien oder mehrere Immobilien besitzen.

Das betrifft nun mal die reichsten Bevölkerungsschichten. Sie profitieren von der lockeren Geldpolitik und den Höchstständen an den Aktienmärkten, die gerade auch durch die Fed mit initiiert wurden. 

Bei den weniger gut Betuchten hingegen verstärkt sich der Konkurrenzkampf. Ihre Arbeitsplätze sind durch Automatisierungsprozesse oder den vermehrten Einsatz von Robotern gefährdet. Für die verbliebenen Jobs gibt es ein großes Angebot an Arbeitskräften, das drückt den Preis.

Arme hoffen auf höheren Mindestlohn

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Die Hoffnung der unteren Einkommensschichten ruhen nun auf eine Anhebung des Mindestlohns. US-Präsident Barack Obama spricht sich dafür aus, die Lohnuntergrenze von 7,25 Dollar auf 10,10 Dollar anzuheben. Doch die Republikaner blockieren das Vorhaben.

Die betroffenen Angestellten reagieren auf ihre Art und Weise, in insgesamt 150 US-Städten wurden in der vergangenen Woche etwa Burger King, Wendy's, McDonald's und andere Fast-Food-Unternehmen bestreikt. Die Protestler fordern einen Stundenlohn von 15 Dollar (11,60 Euro) und eine Gewerkschaft.

Ihr Frust ist verständlich. In keiner anderen Branche klafft die Lohnschere soweit auseinander wie im Fast-Food-Geschäft. Laut Studien verdienen die Chefs dort mehr als 1000 Mal so viel wie die durchschnittlichen Angestellten. Während die CEOs ihre Gehälter seit der Jahrtausendwende mehr als vervierfachen konnten und pro Jahr im Schnitt 23,8 Millionen Dollar einstreichen, bieten sie ihren einfachen Angestellten die am schlechtesten bezahlten Jobs der ganzen US-Wirtschaft. Pro Stunde gibt es in der Regel etwa neun Dollar (6,88 Euro).

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