Festnahmen in der Türkei: Deutsche Botschaft wegen Anschlagsgefahr geschlossen

Festnahmen in der Türkei: Deutsche Botschaft wegen Anschlagsgefahr geschlossen

, aktualisiert 16. September 2016, 15:29 Uhr
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Bereits im März waren deutsche diplomatische Vertretungen wegen der Gefahr von Anschlägen einige Tage geschlossen geblieben.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Türkei hat Drohungen gegen diplomatische Vertretungen bestätigt und vier Verdächtige festgenommen. Vorerst bleiben die Botschaften geschlossen. Eine Verbindung der Festgenommenen zum IS wurde nicht festgestellt.

AnkaraDie türkischen Sicherheitsbehörden haben vier Menschen wegen einer Bedrohung deutscher und britischer diplomatischer Vertretungen festgenommen. Eine Verbindung zu Terrorgruppen sei aber zunächst nicht festgestellt worden, bestätigte ein Regierungsvertreter Medienberichte am Freitag. Auslöser seien Geheimdienstinformationen über eine potenzielle Bedrohung diplomatischer Vertretungen in der Türkei durch die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Drei Verdächtige wurden einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge in Ankara und einer in Istanbul festgenommen. Der IS wird für mehrere Anschläge in der Türkei verantwortlich gemacht. Bei einem der vom IS reklamierten Anschläge waren im Januar mehrere Deutsche im Zentrum Istanbuls getötet worden.

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Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, man habe über die Festnahmen und Hintergründe keine Erkenntnisse. Es habe aber Warnungen wegen einer Bedrohung deutscher Einrichtungen gegeben: „Selbstverständlich nehmen wir solche Hinweise ernst“, sagte er. Deshalb blieben die Vertretungen und auch deutsche Schulen in dieser Woche geschlossen.

Man werde die Lage jetzt weiter analysieren und dann entscheiden, ob die Einrichtungen kommende Woche wieder öffnen würden. Bereits im März waren deutsche diplomatische Vertretungen wegen der Gefahr von Anschlägen einige Tage geschlossen geblieben.

Großbritannien hatte am Donnerstagabend angekündigt, seine Botschaft in Ankara werde am Freitag aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben. Von Montag bis Donnerstag waren die Botschaft wie auch die türkischen Behörden und Finanzmärkte wegen der Ferien zum muslimischen Opferfest geschlossen.

Im vergangenen Jahr hat es eine ganze Reihe von Anschlägen vom IS und auch von kurdischen Gruppen gegeben. Im August hat die Türkei in den Krieg in Syrien auch mit Bodentruppen eingegriffen, um islamistische Gruppen wie Kurden aus Grenzregionen zu vertreiben. Deutschland und Großbritannien beteiligen sich am Einsatz gegen den IS in Syrien und Irak im Rahmen der von den USA geführten internationalen Koalition.

Quelle:  Handelsblatt Online
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