Finanz- und Schuldenkrise: Wie sich Sparer vor Inflation und Deflation schützen - Seite 6

Finanz- und Schuldenkrise: Wie sich Sparer vor Inflation und Deflation schützen

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Mögliche Zinsänderungen wirken für Lebensversicherungskunden stark zeitversetzt: Die Anlagen der Assekuranz haben im Schnitt eine Restlaufzeit von über sieben Jahren. Kommt Inflation abrupt, können Versicherer das Geld nicht so schnell umschichten – im Portfolio liegen dann real schlecht verzinste Papiere. Anleger profitieren erst wieder von ihrer Lebensversicherung, wenn die Inflation abflaut und Zinsen sinken. Dann sind sie Nutznießer der trägen Anlagepolitik – Versicherer halten dann die hochverzinsten Papiere aus Inflationszeiten.

Deflation ist zunächst gut für die Versicherten: Die Zinsen fallen, Kunden profitieren dank der langfristigen Anlagepolitik von den höher verzinsten Papieren im Portfolio. Die Versicherer kommen nach einiger Zeit, wenn sie Gelder neu anlegen, jedoch in ein Dilemma: Sie müssen die vertraglich garantierten Zinsen verdienen, finden aber nicht genug hochverzinste, neue Anlagen.

Mischfonds für Bequeme

Lebensversicherer werben damit, Anlegern Rundum-Vermögensverwaltung zu bieten. Nicht jeder ist in der Lage, selbst ein Depot zusammenzustellen, es für Deflation fit zu machen und im Ernstfall auf Inflation umzurüsten. Wer eine Lebensversicherung abschließt, muss sich aber auf Jahrzehnte binden. Alternativ könnte man den Job einem guten Fondsmanager übertragen.

Der Stuttgarter Vermögensverwalter Max Schott etwa bestückt seinen weltweit anlegenden Dachfonds Smart-Invest Helios mit neuen Einzelfonds, wenn er glaubt, Trendwenden entdeckt zu haben. Vergangene Woche hat Schott sich komplett aus Aktienfonds verabschiedet und alles in Geldmarkt-, Wandelanleihen- und Rentenfonds für Schwellenländer gesteckt. In den vergangenen fünf Jahren hat der Fonds jährlich acht Prozent zugelegt. Erfolgreichster Mischfonds der vergangenen Jahre ist der Carmignac Patrimoine, der dank kluger Wechsel zwischen Aktien und Anleihen in den vergangenen fünf Jahren jährlich etwa elf Prozent verdiente. Edouard Carmignac ist es zuzutrauen, dass er an diesen Erfolg anknüpft.

Auch der erfahrene Vermögensverwalter Jens Ehrhardt aus Pullach hat seine Anleger durch diverse Krisen geführt. Sein Mischfonds FI Alpha Renten Global investiert maximal 20 Prozent des Fondsvermögens in Aktien. Derzeit setzt er auf kanadische und norwegische Staatsanleihen sowie Unternehmensanleihen von Linde oder Haniel. In den vergangenen fünf Jahren brachte der Fonds im Schnitt 5,1 Prozent. Von Ehrhardt ist ebenfalls zu erwarten, dass er eine längere Deflationsphase übersteht – und dass er schnell umschaltet, wenn das Inflationsgespenst doch einmal sein Haupt schütteln sollte.

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22 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.06.2010, 12:31 UhrAnonymer Benutzer: Heike Schwerdtfeger

    Die Anlageentscheidungen beim Fonds Fi Alpha Renten Global werden von Jens Ehrhardt mitbestimmt, auch wenn mit Marie-Lou Prell jetzt eine weitere Fondsmanagerin am Ruder ist. Sie soll Ehrhardt im Tagesgeschäft entlasten. Die Entscheidungen über die Anlagestrategie und die Umsetzung werden im Hause DJE weiterhin wie gehabt getroffen, da sitzen die Experten mit Jens Ehrhardt zusammen und entscheiden. Und solange der Chef weiterhin an bord ist, ist es kein echter Managerwechsel. Natürlich gibt es in dem Haus noch weitere Mischfonds, aber die sind stärker auf Aktien ausgerichtet und daher für manchen Anleger eine Spur zu riskant.

  • 09.06.2010, 11:52 UhrAnonymer Benutzer: Michael Nagel

    Soviel ich weiss, verwaltet Jens Ehrhardt den Mischfonds Fi Alpha Renten Global seit Juli 2009 nicht mehr. Er hat seinen eigenen Mischfond.

  • 08.06.2010, 01:41 UhrAnonymer Benutzer: Dr. Petra Diekmann

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