ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema
_

Finanzierungslücke in Griechenland: Ökonom Fuest erwartet "quälend langsame" Fortschritte

Quelle: Handelsblatt Online

Wie soll es mit den Euro-Krisenstaaten weitergehen? Der künftige ZEW-Präsident Clemens Fuest erwartet keine schnelle Besserung. Unterdessen fordert Griechenland erneut mehr Zeit und ein Entgegenkommen bei den Zinsen.

Clemens Fuest Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche
Professor Clemens Fuest rechnet nicht mit schneller Besserung bei den Krisenstaaten. Quelle: Robert Poorten für WirtschaftsWoche

Der künftige Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, rechnet mit einer längeren Phase der wirtschaftlichen Stagnation in den Euro-Krisenstaaten. Beim Versuch, die Staatsfinanzen zu sanieren, werde es „quälend langsame“ Fortschritte geben, schreibt der Regierungsberater und Finanzexperte in einem Gutachten über die Euro-Schuldenkrise, das die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegeben hatte.

Anzeige

Der Grund: Um die Wettbewerbsfähigkeit in den Krisenstaaten Griechenland, Spanien, Portugal und Italien wiederzugewinnen, müssten Preise und Löhne gesenkt werden. Dies führe zu sinkenden Steuereinnahmen und erschwere damit die Sanierung der Staatsfinanzen. „Die Gläubigerstaaten, vor allem Deutschland und Frankreich, werden dennoch alles daran setzen, Austritte aus der Eurozone zu vermeiden“, heißt es in dem Gutachten.

Finanztransaktionssteuer Nachgefragt Clemens Fuest

Für den Oxforder Steuerprofessor Clemens Fuest ist die von EU und Bundesregierung geplante Steuer auf Finanzgeschäfte schädlich: "Sie ist eine Subvention für den Finanzplatz London."

Finanztransaktionssteuer: Clemens Fuest wettert gegen die Börsensteuer

Nicht auszuschließen sei aber auch das Szenario, dass die Regierungen der Krisenstaaten selbst die Entscheidung fällen würden, die Eurozone zu verlassen. „Das könnte geschehen, wenn die Bevölkerung in diesen Staaten in Folge der zu erwartenden mehrjährigen Stagnation die Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung in der Eurozone verliert.“ Sollte es zu Austritten aus der Eurozone kommen, würde dies voraussichtlich eher Griechenland, Portugal oder Spanien betreffen, da die Chancen für eine wirtschaftliche Erholung dort schlechter stünden als in Italien und Irland.

Die 10 Gebote für die Euro-Zone

Fuest wird im März kommenden Jahres Nachfolger von Wolfgang Franz an der Spitze des ZEW in Mannheim. Derzeit ist er Direktor des Zentrums für Unternehmensbesteuerung in Oxford. Außerdem berät er Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Für sein knapp 30-seitiges Gutachten untersuchte er die Entwicklung in Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Irland bis 2017.

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) hatte die Analyse nach eigenen Angaben in Auftrag gegeben, um den Unternehmen die Planung ihrer Aktivitäten im Ausland zu erleichtern. Für die Betriebe sei die Lage in den Krisenländern mit einem spürbaren Nachfrageausfall verbunden, sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei der Vorstellung am Dienstagabend in München. „Deshalb ist es wichtig, dass die deutsche Wirtschaft weiter intensiv auf Auslandsmärkte außerhalb der Europäischen Union setzt, um sinkende Ausfuhren nach Südeuropa auszugleichen.“

weitere Fotostrecken

Blogs

Flattern auf der Stelle
Flattern auf der Stelle

Die SPD feiert pompös 150 Jahre Vergangenheit – und hat keine Zukunft, weil sie sich erst vergessen und dann selbst...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.