Finanzkrise: Schwedens Finanzminister fordert europäische Finanzaufsicht

Finanzkrise: Schwedens Finanzminister fordert europäische Finanzaufsicht

Der schwedische Finanzminister Anders Borg, der am 1. Juli die Präsidentschaft des Ecofin-Rats übernimmt, fordert eine europäische Finanzaufsicht und die Rückkehr zu solider Haushaltspolitik.

„Wir müssen das Frühwarnsystem stärken, aber auch die Überwachung. Wenn die Finanzinstitute grenzüberschreitend agieren, muss dies auch für die Überwachungsbehörden gelten“, sagt Borg im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Voraussetzung sei dabei die Berücksichtigung der Interessen Großbritanniens. „Niemand würde Europa etwas Gutes tun, wenn der Finanzmarkt von London nach New York oder sonst wohin abwandert“, stellt Borg klar. Als mittelfristiges Ziel der EU-Ratspräsidentschaft gibt Borg an, „nach der Krise schnell wieder zu ausgeglichenen Haushalten oder sogar zu Überschüssen zu kommen“ und beklagt eine fehlende „glaubwürdige Langfriststrategie“. Dieses Manko erfordere, „dass wir uns eben schon während der Krise überlegen müssen, wie wir wieder aus der Verschuldung herauskommen“. Borg: „Wir brauchen eine solide Erholung, keine neue Spirale der Kreditausweitung.“

Der Finanzminister appelliert „Wir müssen also die Konjunkturanreize rechtzeitig wieder reduzieren, damit wir nicht gleich die nächste Blase schaffen.“ Denn, so der künftige Präsident des europäischen Rats für Wirtschaft und Finanzen, „ein Wachstum, das im Wesentlichen auf geliehenem Geld basiert, wird kein solides Wachstum sein“.

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