Finanzministertreffen der G7: Der Währungskrieg, der keiner ist

KommentarFinanzministertreffen der G7: Der Währungskrieg, der keiner ist

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WirtschaftsWoche-Redakteur Konrad Handschuch

von Konrad Handschuch

Finanzminister und Notenbanker der G7 starten anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington einen neuen Versuch, die Währungsturbulenzen zu stoppen – er wird scheitern.

Die Finanzminister und Notenbanker der G7 fahren in turbulenter Zeit nach Washington zur Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Von einem Krieg der Währungen ist die Rede und davon, dass „Währungen als Waffe der Politik genutzt werden könnten“, wie IWF-Direktor Dominique Strauß-Kahn warnt. Wäre das so, wäre das eine gute Nachricht. Denn einen mutwillig vom Zaun gebrochenen Währungskrieg könnte man mit gutem Willen auch wieder beenden. Doch in diesem Fall geht das leider nicht, denn die Probleme, die den Dollar in den Keller und Euro, Yen und andere Schwellenwährungen auf immer neue Höhen treiben,  liegen an anderer Stelle und sind so schnell nicht zu lösen.

Dabei klingt die neue Weltwirtschafts-Prognose des Internationalen Währungsfonds verheißungsvoll. Die Weltwirtschaft nimmt Fahrt auf. Das globale Wachstum des laufenden Jahres beziffern die IWF-Ökonomen jetzt auf 4,8 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als noch im Juli. Auch für Deutschland ist der Fonds optimistisch. Auf 3,3 Prozent revidierte der IWF die Schätzung für das laufende Jahr nach oben – ein bemerkenswerter Anstieg um 1,9 Prozentpunkte.

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Schwellenländer schieben Wachstum an

Doch was den Währungshütern Sorgen macht: Die Weltwirtschaft entwickelt sich so heterogen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Abgesehen von der Exportnation Deutschland wird das hohe Tempo des globalen Wirtschaftswachstums vor allem von den Entwicklungsländern - allen voran von China und Brasilien -  bestimmt. Die Schwellen- und Entwicklungsländer wachsen im laufenden Jahr um 7,0 Prozent, die Gruppe der Industrieländer dagegen nur um 2,7 Prozent. Dazu kommt: Die noch lange nicht ausgestandene Schuldenkrise in der Euro-Zone gefährdet noch immer die Stabilität der Finanzmärkte. Was der Fonds nicht öffentlich sagt, aber insgeheim fürchtet: Sollten Länder wie Irland, Portugal oder Griechenland nicht in der Lage sein, ihre Konsolidierung erfolgreich zu bewältigen - und danach sieht es derzeit aus - , könnte dies neue Schockwellen in der Bankenwelt auslösen und die Geldmärkte erneut zum Stillstand bringen.

Bange Blicke auf den Dollar

Aktuell ist es aber der Dollar, der die Welt in Atem hält. Sein scheinbar unaufhaltsamer Kursverlust gegenüber dem Euro und anderer für den US-Außenhandel wichtiger Währungen ist jedoch so schnell nicht zu stoppen. Der Grund hierfür liegt in der maßlos expansiven Geldpolitik, mit der die amerikanische Zentralbank Fed versucht, die heimische Konjunktur zu beleben. Bei den Zinsen hat sie ihren Spielraum bereits ausgeschöpft – nun scheint der erneute Ankauf von Staatsanleihen der einzig verbleibende Ausweg zu sein, der für die Amerikaner schwer erträglichen Malaise auf dem Arbeitsmarkt Herr zu werden. Doch Staatsfinanzierung durch die Notenpresse, das ist gewöhnlich der  Vorbote neuer Inflation. Auch wenn die Preise vor allem wegen der schwachen Konjunktur noch nicht steigen – die monetäre Basis für eine neue Phase der Preissteigerung ist gelegt.

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