Finanzsystem: China will Dollar durch Super-Währung ersetzen

Finanzsystem: China will Dollar durch Super-Währung ersetzen

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Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan

Im Vorfeld des Londoner Gipfels bringt Peking die USA aber nicht nur mit Forderungen, sondern auch mit neuen Ideen in die Defensive. Anfang der Woche schlug Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan vor, den Dollar als Leitwährung durch eine neu zu schaffende Super-Währung abzulösen.

„China demonstriert damit seinen wachsenden Einfluss bei der Neuordnung des globalen Finanzsystems“, sagt Ma Jun, China-Chefökonom der Deutschen Bank in Hongkong. „In der Diskussion um die Verantwortlichkeiten für die globalen Ungleichgewichte ist China jetzt in der Offensive.“

Am Montag hatt Zhou in einem langen Artikel geschrieben, das alte Währungsgefüge habe ausgedient, eine Reform sei nötig. „Der Ausbruch der Krise und ihre Auswirkungen auf die ganze Welt spiegeln die inhärente Verletzlichkeit und systemimmanenten Risiken des internationalen Währungssystems wider“, so Zhou. Der Zentralbankchef schlägt vor, die neue Reservewährung könne auf den Sonderziehungsrechten (SDR) des IWF basieren und von diesem verwaltet werden. SDR ist eine buchhalterische Einheit auf der Grundlage von vier Währungen: dem Dollar, dem Euro, dem Yen und dem britischen Pfund. Das neue Währungssystem, so Zhou, müsse unabhängig von einzelnen Ländern sein.

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"Theoretisch eine mögliche Lösung"

Dazu solle der Währungskorb erweitert werden und die neue Währung dann international im Zahlungsverkehr und für Kapitalanlagen eingeführt werden. Doch hier fangen die Probleme an. So wäre es etwa schwierig, den Währungskorb um den chinesischen Yuan zu erweitern, denn die Währung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist nicht konvertierbar. Dazu kommt: Der international Rohstoffhandel ist faktisch an den US-Dollar gekoppelt. Die meisten Experten sehen in Pekings Vortsoß, denn auch eher ein politisches Manöver, ein Säbelrasseln vor dem Gipfeltreffen.

Gleichwohl glaubt Deutsche-Bank-Ökonom Ma, Zhous Vorschlag sei „theoretisch eine mögliche Lösung, langfristig die Ungleichgewichte zwischen China und den USA abzubauen“. Chinas massive Investitionen in amerikanische Staatsanleihen geschehen nicht freiwillig, sondern sind Ergebnis des bestehenden Währungssystems. Davon hat China genug.

Das Land, so Ma, betrachte das gegenwärtige Währungssystem als „fehlerhaft“ – und steht damit möglicherweise nicht allein. „Die Initiative wird beim G20-Gipfel von vielen Schwellenländern und einigen entwickelten Staaten unterstützt werden“, glaubt Ma.

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