Flüchtlinge und Grenzkontrollen: EU-Kommission warnt vor Milliardenkosten

Flüchtlinge und Grenzkontrollen: EU-Kommission warnt vor Milliardenkosten

, aktualisiert 10. Februar 2016, 18:46 Uhr
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Nach den Annahmen der EU-Kommission wären die Auswirkungen weit über den Transportsektor hinaus spürbar.

Quelle:Handelsblatt Online

Die EU-Kommission warnt vor einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Deren Auswirkungen wären weit über den Transportsekor hinaus spürbar. Die Behörde spricht von jährlichen Kosten bis zu 18 Milliarden Euro.

BrüsselEine flächendeckende Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengen-Raum könnte nach Berechnungen der EU-Kommission pro Jahr bis zu 18 Milliarden Euro verschlingen. Schätzungen zufolge würden die langfristige und systematische Einführung von Kontrollen zwischen fünf und 18 Milliarden Euro allein an direkten Kosten verursachen, warnte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. „Sollte der in Gang gesetzte Prozess die wirtschaftliche Integration, inklusive das ordnungsgemäße Funktionieren der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden, könnten die indirekten Kosten mittelfristig dramatisch höher sein als die direkten Kosten.“

Das wahrscheinlichste Szenario seien Extra-Kosten in Höhe von 7,1 Milliarden Euro, erklärte die EU-Kommission in einem 22-seitigen Papier an das EU-Parlament und den EU-Rat. Davon resultierten 3,4 Milliarden Euro aus zusätzlichen Wartezeiten von einer Stunde für Lkw sowie 2,6 Milliarden Euro aus längeren Fahrtzeiten und Staus für Pkw-Fahrer. Auf die Mitgliedsländer kämen in diesem Szenario zudem 1,1 Milliarden Euro an Kosten wegen der Einführung der Kontrollen hinzu.

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Nach den Annahmen der EU-Kommission wären die Auswirkungen weit über den Transportsektor hinaus spürbar, da auch Umfang und Kosten für den Warenhandel sowie die Leistungsfähigkeit der europäischen Logistikbranche betroffen seien. Auch der Arbeitsmarkt werde in Mitleidenschaft gezogen, da im Schengen-Raum ein Prozent der Beschäftigten in einem Nachbarland einen Job hätten und künftig Grenzkontrollen über sich ergehen lassen müssten. Auf die Tourismusbranche kämen Simulationen zufolge im Falle einer möglichen Zersplitterung der Visa-Regeln Einbußen zwischen zehn und 20 Milliarden Euro zu.

Quelle:  Handelsblatt Online
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