Flüchtlingsstreit: Kanzlerin Merkel droht Ungarn mit Finanzsanktionen

Flüchtlingsstreit: Kanzlerin Merkel droht Ungarn mit Finanzsanktionen

, aktualisiert 15. September 2017, 17:44 Uhr
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Der Europäische Gerichtshof hatte Ungarn und die Slowakei verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte Ungarn beim Flüchtlingsstreit stärker in die Pflicht nehmen und droht andernfalls mit finanziellen Sanktionen. Ungarns Ministerpräsident Orban stellt sich trotz EuGH-Urteil quer.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel droht Ungarn im Streit um die Aufnahme von Flüchtlingen mit Finanzsanktionen - und stellt sich damit auch gegen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Wer sich dieser Solidarität verweigert, muss damit rechnen, dass das nicht ohne Folgen bleiben wird, auch mit Blick auf die Verhandlungen über zukünftige Finanzhilfen“, sagte die CDU-Vorsitzende der „Nordwest Zeitung“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht und mit Blick auf die künftigen EU-Haushaltsverhandlungen. „Nur einige wenige Länder lehnen es weiterhin rundheraus ab, Flüchtlinge aufzunehmen. Wir brauchen Solidarität in der Europäischen Union“, mahnte sie.

Der Europäische Gerichtshof hatte Ungarn und die Slowakei verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban erklärte nach dem EuGH-Urteil, sein Land werde dies dennoch nicht tun. Der Richterspruch sei kein Grund „unsere Politik zu ändern, die Flüchtlinge ablehnt“, hatte er im Staatsrundfunk gesagt. Schäuble hatte sich danach gegen EU-Finanzsanktionen ausgesprochen. "Es wäre klüger, nicht gleich die große Keule zu schwingen. Wir müssen die schwierigen Diskussionsprozesse in den Ländern fördern und nicht erschweren", hatte er gesagt.

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Quelle:  Handelsblatt Online
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