Flughafenblockade: Zehntausende Urlauber sitzen weiterhin in Thailand fest

Flughafenblockade: Zehntausende Urlauber sitzen weiterhin in Thailand fest

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Ein erschöpfter Tourist am Flughafen U-Tapao in der Nähe von Pattaya

Nach fünf Tagen Ungewissheit liegen bei zehntausenden Thailand-Touristen die Nerven blank. Ihr Urlaub ist längst vorbei, doch an eine Rückkehr nach Hause ist nicht zu denken. Die thailändische Regierung will die wegen die wegen Flughafenblockade in Bangkok Gestrandeten auf schnellstem Wege über andere Flughäfen ausfliegen.

Jeder soll aus der Staatskasse umgerechnet 44 Euro pro Tag erhalten, um die Wartezeit zu überbrücken, berichteten die Bangkoker Zeitungen am Sonntag. Tourismusminister Weerasak Kohsurat bat um Geduld: „Ich rufe alle Thailänder auf, den Ausländern zu helfen, das wäre eine gute Gelegenheit, unsere Freundschaft zu demonstrieren.“ Nach seinen Schätzungen sitzen 100 000 Touristen und Geschäftsleute fest.

Regierungsgegner halten den internationalen Flughafen seit  Dienstagabend besetzt. Den Ausweichflughafen Don Moeang legten sie am Donnerstag lahm. Sie wollen die Regierung zum Rücktritt zwingen. Unter anderem ist der Militärstützpunkt U-Tapao 150 Kilometer südöstlich von Bangkok für kommerzielle Flüge geöffnet. Dort können 50 internationale Flüge am Tag abgefertigt werden.

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Fluggäste können in den nächsten Tagen in Hotels in Bangkok einchecken und werden dann mit Bussen nach U-Tapao gebracht. Die Flughäfen in Chiang Mai und Phuket - 600 Kilometer nördlich beziehungsweise 800 Kilometer südlich von Bangkok - werden nach diesen Angaben jetzt mit zusätzlichen Gepäckwagen und fahrbaren Treppen ausgestattet, um mehr Flüge abfertigen zu können.

Hilfe kommt spät

Für die betroffenen Touristen kommen diese Maßnahmen spät. Einige von ihnen saßen nach eigenen Angaben 23 Stunden am besetzten Flughafen von Bangkok fest, bis sie schließlich in einem Hotelzimmer voller Kakerlaken landeten. Reisegruppen und Rucksackurlauber sind ebenso betroffen wie Geschäftsreisende und Prominente.

„Je mehr Zeit vergeht, desto stressiger wird es“, sagt Julie Lewis aus dem englischen Devon, die zu einer Hochzeit nach Thailand reiste. „Das hier hat die Reise wirklich total verdorben. Es wird das letzte sein, was uns von dem Urlaub in Erinnerung bleibt.“ Auch die hochschwangere Ehefrau des englischen Rugby-Kapitäns Jamie Peacock, Faye, sitzt mit ihrem vierjährigen Sohn in Bangkok fest.

Der Sportler bat gestern in einem öffentlichen Appell um die sichere Rückkehr seiner Familie. „Dem Land (Thailand) steht viel Ärger bevor“, sagte er. „Es sieht so aus, als hätten sie die gestrandeten Urlauber vergessen.“ 

Thailands Ruf als sicheres und verlässliches Reiseziel dürfte dahin sein. Schätzungen zufolge drohen der Tourismusindustrie bis zum Jahresende Verluste von etwa 150 Millionen Baht (3,3 Millionen Euro), was 1,5 Prozent des Bruttoninlandsprodukts entspricht.

In der Hoffnung auf einen Rückflug drängten sich hunderte verzweifelte Urlauber am Samstag am Ticketschalter der Thai Airways. Viele von ihnen äußerten sich frustriert über die Ungewissheit, in der sie sich befinden, und klagten über widersprüchliche Informationen und unbegründete Gerüchte. „Zuhause warten unsere Familie und unsere Arbeit auf uns“, sagt John Neilson, ein Computerfachmann aus England. „Wenn ich nicht da bin, bekomme ich kein Geld.“

Einige Urlauber nahmen Busreisen über mehrere hunderte Kilometer auf sich, um von anderen Flughäfen etwa auf der Insel Phuket oder in der Stadt Chiang Mai im Norden des Landes aus zurückzufliegen. Andere reisten dafür sogar in die Nachbarländer Kambodscha oder Malaysia.

Auch vom Militärflughafen U-Tapao knapp 200 Kilometer südöstlich von Bangkok aus worden Urlauber ausgeflogen. Der kleine Luftwaffenstützpunkt ist dafür aber nicht ausgelegt und jetzt hoffnungslos überlastet: Er verfügt nur über 100 Parkplätze, und im Terminal können nur 400 Reisende zugleich abgefertigt werden. Eine erste Sondermaschine mit deutschen Urlaubern kehrte am Samstag aus Bangkok zurück. Die etwa 250 Reisenden waren auf dem Landweg von der thailändischen Hauptstadt nach Phuket gebracht worden, wie eine TUI-Sprecherin mitteilte. Mehr als 500 spanische Urlauber sollten ebenfalls in Kürze nach Hause zurückgebracht werden, wie die Regierung in Madrid am Sonntag ankündigte.

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