Flugzeugabsturz über dem Sinai: Russland setzt Millionen-Belohnung aus

Flugzeugabsturz über dem Sinai: Russland setzt Millionen-Belohnung aus

, aktualisiert 17. November 2015, 12:06 Uhr
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Der Absturz war ein Anschlag, teilt der russische Geheimdienst mit.

Der Flugzeugabsturz über dem Sinai mit 224 Toten war kein Unfall, wie der russische Geheimdienst mitteilt. Auf die Maschine wurde demnach ein Anschlag verübt. Russland setzt jetzt eine Millionen-Belohnung aus.

Russland hat den Absturz des russischen Flugzeugs auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten mit 224 Toten jetzt offiziell als Terrorakt eingestuft. Eine selbst gebastelte und an Bord gebrachte Bombe habe die Maschine Ende Oktober in der Luft gesprengt, sagte Alexander Bortnikow, der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB. Die Behörde setzte eine Belohnung von 50 Millionen Dollar für Hinweise auf die Urheber aus. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien noch schärfer vorzugehen.

Der IS hatte bereits kurz nach dem Absturz erklärt, den Flieger vom Himmel geholt zu haben und dies als Vergeltung für die russischen Luftangriffe auf die Miliz in Syrien bezeichnet. Russland und auch Ägypten hatten sich nach dem Absturz zunächst lange gegen die Möglichkeit eines Anschlags gesträubt, während die USA und Großbritannien relativ schnell eine an Bord geschmuggelte Bombe als Ursache vermuteten. Ägyptische Medien verbreiteten die jüngsten Erkenntnisse aus Moskau, es gab aber zunächst keinen Kommentar vor offizieller Seite.

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Putin sagte am Dienstag nach den neuesten Erkenntnissen des FSB, das Land werde seine Luftangriffe gegen den IS und andere Gruppen in Syrien nicht nur fortsetzen, sondern verstärken. Er wies das Verteidigungsministerium und Generäle an, Vorschläge zu unterbreiten, wie der russische Einsatz modifiziert werden könne. Sein Sprecher Dmitri Peskow sagte aber, all dies bedeute nicht, dass Russland Bodentruppen nach Syrien schicken werde.

Die Belohnung werde in Dollar ausgezahlt, teilte der FSB weiter mit. Die Behörde rief Russen sowie die internationale Gemeinschaft auf, zu kooperieren und die „Terroristen“ zu identifizieren.

„Ich kann sicher sagen, dass es ein Terrorakt war“, sagte Bortnikow Putin bei einem Treffen nach dessen Rückkehr vom G-20-Gipfel in der Türkei. „Unseren Experten zufolge explodierte an Bord eine selbst gebastelte Bombe, die etwa einem Kilogramm TNT entspricht“. Die Explosion habe das Flugzeug in der Luft auseinanderbrechen lassen. Das erkläre auch, warum die Wrackteile über solch einem großen Gebiet niedergegangen seien. Nachdem Bortnikow das Wort „Terrorakt“ ausgesprochen habe, habe Putin alle Beteiligten des Treffens zu einem Moment des Schweigens aufgefordert, hieß es.

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Russland, ein enger Verbündeter von Syriens Präsident Baschar al-Assad, fliegt seit Ende September Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat - und nach Einschätzung westlicher Länder auch auf gemäßigte Rebellen. Der IS hatte Moskau auch angedroht, als Vergeltung für die Bombardements Anschläge in Russland selbst zu verüben.

Wo die Bombe gebaut wurde, blieb unklar. Sie sei aber außerhalb Russlands produziert worden, sagte Bortnikow. Der Airbus der russischen Gesellschaft Metrojet war am 31. Oktober im Badeort Scharm el Scheich im Süden der Sinai-Halbinsel mit Ziel St. Petersburg gestartet und etwa 23 Minuten später im Norden abgestürzt. Alle Menschen an Bord kamen ums Leben, die meisten von ihnen waren russische Touristen.

Der IS gilt auch als Urheber der Serie von Terrorakten, bei der am Freitag in Paris 129 Menschen ums Leben kamen und 350 verletzt wurden.

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