Förderquote: USA steigern Ölproduktion so schnell wie nie

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Förderquote: USA steigern Ölproduktion so schnell wie nie

Die USA sind auf dem besten Weg, der weltweit größte Ölproduzent zu werden - auch dank der umstrittenen Fracking-Methode. Eine Studie des Rohstoffkonzerns BP zeigt, wie sie anderen Förderländern davoneilen.

Die USA haben ihre Ölproduktion im vergangenen Jahr so stark gesteigert wie nie zuvor in der Geschichte des Landes. Um 1,1 Millionen Barrel pro Tag (13,5 Prozent) nahm die Förderung zu, wie der britische Rohstoffriese BP ermittelte. Die Vereinigten Staaten setzen seit einiger Zeit vermehrt auf die umstrittene Fracking-Methode, um in tiefem Gestein eingeschlossenes Öl und Gas mit Hilfe von Chemikalien zu gewinnen.

Was den Ölpreis bestimmt

  • Nachfrage

    Der Ölbedarf hängt stark von der Konjunktur ab. Mit zunehmenden Wirtschaftswachstum steigt auch der Ölverbrauch. So ist der Bedarf nach Öl in den boomenden Schwellenländern China, Indien und Russland in den vergangenen Jahren massiv gestiegen und hat diese Länder zu den größten Ölverbrauchern der Welt gemacht. Hinzu kommen saisonale Einflüsse, etwa vor dem Winter mit steigendem Heizölbedarf oder der so genannten „Driving Season“ in den USA, weil dann der Benzinverbrauch sprunghaft steigt.

  • Preiselastizität

    Der Ölpreis hat kaum Auswirkungen auf die Nachfrage, da der Ölverbrauch bei steigendem Ölpreis nicht einfach so eingeschränkt werden kann – man spricht von einer preisunelastischen Nachfrage.

  • OPEC

    Der Verbund der Erdöl fördernden Länder spricht sich regelmäßig bezüglich der Fördermenge ab, was natürlich Auswirkungen auf den Ölpreis hat. Sollten sich vor allem die arabischen Länder auf ein Senkung der Fördermenge einigen, verknappt dies das Angebot und treibt den Preis für Rohöl.

  • Erdölreserven

    Erdöl ist grundsätzlich ein knappes Gut, aber es herrscht auch viel Unsicherheit darüber, wie lange die Vorkommen reichen. Hinzu kommt, dass mit steigendem Ölpreis auch der Abbau nur zu höheren Produktionskosten abbaubarer Ölvorkommen eher lohnt, z.B. die Ölgewinnung aus Ölschiefer, Ölsand oder durch Tiefsee-Bohrungen. Außerdem neigen die großen Raffinerien ebenso wie Staaten dazu, ihre Lagerhaltung auszuweiten, wenn der Ölpreis starken Schwankungen unterliegt. Stocken diese Marktteilnehmer ihre Lagerbestände massiv auf, sorgt die erhöhte Nachfrage kurzfristig für neue Preishochs.

  • Finanzmarkt

    An den Börsen wird Öl in Form von Terminkontrakten gehandelt. Die Marktteilnehmer kaufen also Öl, das erst zu einem späteren Zeitpunkt zum vereinbarten Preis geliefert wird. Vom Spotpreis wird gesprochen, wenn es sich um kurzfristige Terminkontrakte handelt, bei denen das Öl innerhalb von zwei Wochen geliefert wird. Längerfristige Terminkontrakte können auch für Spekulanten attraktiv sein.

  • Wechselkurse

    Der US-Dollar ist die Standardwährung im Rohstoffmarkt. Eine Änderung des Dollar-Kurse hat somit Einfluss auf die Ertragslage des Erdölexporteurs. Auf Staatenebene spielt dabei eine Rolle, wie viele Güter in der Handelsbilanz stehen, die in Dollar bezahlt werden. Die erdölexportierenden Länder haben daher Interesse daran, bei einem fallenden Dollarkurs die Exportpreise für Erdöl etwa durch Angebotsverknappung anzuheben.

Damit eilen sie anderen Ölförderländern zunehmend davon. Im weltweiten Schnitt lag die gesamte Ölproduktion der BP-Studie zufolge 2013 nur um 560.000 Barrel am Tag (0,6 Prozent) über der des Vorjahres, wie aus der am Dienstag in London vorgestellten Analyse hervorgeht. 10,8 Prozent des Öls kamen aus den USA, 2012 waren es noch 9,6 Prozent. Nur Russland (12,9 Prozent) und Saudi-Arabien (13,1 Prozent) lagen weiter vorn. Russland steigerte seine Produktion 2013 um 1,3 Prozent, diejenige Saudi-Arabiens sank um 1,1 Prozent.

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Gleichzeitig wuchs auch der Ölverbrauch der Vereinigten Staaten am schnellsten. Mit 400.000 Barrel Mehrverbrauch pro Tag nahm der Öl-Hunger der Amerikaner erstmals seit 1999 wieder stärker zu als derjenige der Chinesen. Knapp ein Fünftel des weltweit geförderten Öls wurden der Studie zufolge in den USA verbraucht. Die Nachfrage legte weltweit schneller zu als die Produktion: Im Schnitt stieg der Verbrauch um 1,4 Millionen Barrel am Tag (1,4 Prozent).

Mit rund 30 Prozent Marktanteil blieb Öl der wichtigste Energieträger, auch wenn der Anteil 14 Jahre in Folge gesunken ist. Er lag noch nie so niedrig, seit BP im Jahr 1965 anfing, die Daten zu sammeln und auszuwerten. Aus erneuerbaren Quellen stammten 2013 BP zufolge 2,7 Prozent des Energieverbrauchs - auch das ein Rekordwert.

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