Folge des Klimawandels?: Die extreme Dürre in den USA kostet Milliarden

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Folge des Klimawandels?: Die extreme Dürre in den USA kostet Milliarden

von Martin Seiwert

Seit drei Jahren leidet der Westen der USA unter einer Dürre. Das Land bereitet sich auf Milliardenschäden vor, Präsident Barack Obama sieht sich im Glauben an den Klimawandel bestärkt.

Barack Obama lag nicht schlecht mit seiner düsteren Prognose. Bei einem Besuch des von Dürre geplagten Bundesstaates Kalifornien im Februar sagte der US-Präsident, die USA müssten sich wegen des Klimawandels auf eine Zunahme von Wetterextremen einstellen: „Es ist eindeutig: Klimawandel bedeutet, dass Dürren, Waldbrände, Stürme und Hochwasser schlimmer werden und die Folgen teurer.“

Ein knappes halbes Jahr später wird klar: Die Dürre in Kalifornien und anderen Staaten im Südwesten der USA wird immer schlimmer und nimmt schon jetzt katastrophale Ausmaße an. Die wirtschaftlichen Belastungen gehen in die Milliarden und könnten bald auch weltweit zu spüren sein.

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Die Dürre hält bereits seit drei Jahren an und es ist – anders als von Meteorologen zu Beginn des Jahres noch erhofft – keine Besserung in Sicht. Wetterexperten waren davon ausgegangen, dass das als El Niño bezeichnete, globale Wetterphänomen 2014 mehr Regen in die Krisengebiete in Kalifornien, Oregon, Nevada, Arizona und New Mexico bringen würde. Doch diese Hoffnung haben sie aufgrund neuer Wetterdaten inzwischen weitgehend aufgegeben. Stattdessen ist bereits vom vierten Dürre-Jahr in Folge die Rede.

Lebensmittelpreise werden steigen

Auf 80 Prozent der Fläche Kaliforniens sehen Wissenschaftlicher extreme Trockenheit. „Wir erleben eine der schlimmsten Dürren in der Geschichte des Bundesstaates“, sagt Felicia Marcus, Chefin der obersten Wasserbehörde des Bundesstaates. „Hunderttausende von Äckern werden in diesem Jahr brachliegen, Gemeinden werden um ihre Wasserversorgung kämpfen und auch die Natur wird Schaden nehmen.“

So sehen Obamas Pläne zur CO2-Reduzierung aus

  • Was will die US-Regierung unternehmen?

    Die US-Umweltbehörde will nach Medienberichten mit neuen Regeln den Ausstoß von Treibhausgasen durch Kohlekraftwerke bis 2030 um fast ein Drittel reduzieren.

  • Wie will Obama seine Pläne umsetzen?

    Obama fußt seinen Plan auf den Clean Air Act, einem Bundesgesetz aus den 1970-er Jahren zur Kontrolle gesundheitsschädlicher Luftverschmutzung auf nationaler Ebene. Es ist in der Vergangenheit bereits wiederholt zur Regulierung von Schadstoffen wie Ruß, Quecksilber und Blei angewendet worden, aber erst seit kurzem auch im Kampf gegen die Treibhausgase.

    Im Gegensatz zu den Emissionen neuer Kraftwerke kann die US-Regierung den Schadstoffausstoß bestehender Anlagen nicht direkt regulieren. Stattdessen wird sie Richtlinien zur Verringerung der Emissionen erlassen und dann jeder Bundesstaat seinen eigenen Plan entwickeln, um diesen Richtlinien zu folgen. Wenn sich ein Staat weigert, kann die EPA einen eigenen Plan aufstellen.

  • Warum sind diese Regeln nötig?

    Kraftwerke sind die größte Quelle von Treibhausgas-Emissionen in den USA. Ohne kühne Aktionen, so warnen Umweltschützer und das Weiße Haus, werde sich der Klimawandel intensivieren und die Gesundheit der Menschen rund um die Welt gefährden. In ihrer diesjährigen Klima-Einschätzung warnte die Obama-Regierung, dass Erwärmung und unberechenbares Wetter ohne Gegenmaßnahmen zunehmend in das Leben der Menschen eingreifen würden. „Das ist nicht irgendein entferntes Zukunftsproblem. Das ist ein Problem, das die Amerikaner heute betrifft“, sagte Obama im Mai.

  • Wie stark werden die Verringerungen sein?

    Genau weiß das noch niemand. Die Regierung hat bisher nicht klar gesagt, ob sie sich für einen einheitlichen Standard oder verschiedene Standards für die einzelnen Bundesstaaten entschieden hat. Aber einer von Obamas Spitzenberatern, John Podesta, kündigte an, dass die Reduzierungen durch Flexibilität für die Staaten „so kosteneffektiv und effizient wie möglich“ gestaltet würden. Das könnte freie Wahl der Wege bedeuten, wie das Ziel erreicht wird: etwa durch eine stärkere Nutzung der Solar- und Atomenergie oder sauberer Brennstoffe, Programme zur Senkung des Energiebedarfs oder einen Emissionshandel zwischen verschiedenen Bundesstaaten.

  • Wie wirkt sich das auf Wirtschaft und Strompreise aus?

    Die Abhängigkeit von Kohlekraftwerken ist in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich. Aber es ist durchaus möglich, dass die Strompreise steigen werden. Die USA produzieren 40 Prozent ihrer Elektrizität aus Kohlekraft. Aber Umweltschützer argumentieren, dass ein Teil der Kosten durch sinkende Ausgaben für die Gesundheitsfürsorge ausgeglichen werden.

  • Braucht Obama die Zustimmung des Kongresses?

    Nicht in diesem Fall. Nach einer Entscheidung des höchsten US-Gerichts im Jahr 2007 ist die EPA befugt, Kohlendioxid-Emissionen unter dem Clean Air Act zu regulieren. Aber das heißt nicht, dass es nicht heftigen Widerstand und langwierige gerichtliche Vorstöße gegen die Regeln geben wird. Die Regierung selbst erwartet das und bereitet sich darauf vor.

  • Wann werden erste Maßnahmen ergriffen?

    Auch ohne massive Opposition würden die Reduzierungen nach der Verkündung des Plans am Montag noch lange nicht anfangen. Erstmal wird es ein ganzes Jahr lang die Möglichkeit zu öffentlichen Kommentaren und Revisionen geben, und dann haben die US-Staaten ein weiteres Jahr Zeit, der EPA ihre Pläne zur Umsetzung der Regeln vorzulegen.

Eine Studie der Universität von Kalifornien sieht für 2014 einen wirtschaftlichen Schaden der Dürre von 2,2 Milliarden Dollar allein in Kalifornien. Darüberhinaus werde das Extremwetter im wirtschaftlich bedeutendsten Bundesstaat der USA rund 17.000 Jobs kosten. Weil in Kalifornien Ackerflächen von insgesamt über 1,600 Millionen Quadratmetern verdorren, werden Lebensmittelpreise spürbar steigen – in den USA, bei einzelnen Produkten aber auch weltweit. In Kansas wird die schlechtes Ernste seit 1989 prognostiziert. Die Hälfte des in den USA verkauften Gemüses sowie der Früchte und Nüsse kommen aus Kalifornien. Doch auch Deutschland könnte die Dürre zu spüren bekommen.

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