Ford, GM, Fiat Chrysler: US-Autobauer machen Musik in Trumps Ohren

Ford, GM, Fiat Chrysler: US-Autobauer machen Musik in Trumps Ohren

, aktualisiert 24. Januar 2017, 22:15 Uhr
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"Riesige Chance"? GM-Chefin Mary Barra (l.), mit Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne (Mitte) und Ford-Chef Mark Fields äußern sich nach einem Treffen mit dem neuen US-Präsidenten Trump.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump beteuern drei Autohersteller eine enge Zusammenarbeit mit der Regierung. Um Einzelheiten sei es freilich nicht gegangen. Unterdessen kritisiert FedEx Trumps Politik.

WashingtonDrei Tage nach dem Amtsantritt von Donald Trump haben die führenden US-Autohersteller eine enge Zusammenarbeit mit der neuen Regierung angekündigt. "Wir sind vom Präsidenten und seiner Wirtschaftspolitik sehr ermutigt", sagte Ford -Chef Mark Fields am Dienstag nach einem Treffen im Weißen Haus.

General-Motors -Lenkerin Mary Barra sprach von einer "riesigen Chance", um Verbesserungen in den Bereichen Umweltschutz und Sicherheit zu erreichen und mehr Arbeitsplätze zu schaffen. An dem Treffen nahmen auch der Chef von Fiat Chrysler, Sergio Marchionne, und Trumps Stellvertreter Mike Pence teil.

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Der Republikaner Trump hatte die Autohersteller wegen ihrer Fabriken in Mexiko scharf angegriffen und mit einem Importzoll von 35 Prozent gedroht. Besonders Ford stand dabei im Fokus.

Kaum im Amt, schon will er überall auftauchen. Donald Trump twittert munter weiter und das sogar mit einer neuen Variante. Er hat die Zitattafeln für sich entdeckt.

Alle drei Konzerne haben in den vergangenen Wochen die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Investitionen in den USA angekündigt. Dennoch stecken sie weiter Geld in ihre mexikanischen Werke, wo die Löhne niedriger sind.

Trump forderte am Dienstag erneut, die Produktion in den USA zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen. Er hat versprochen, Vorschriften für Firmen zu lockern und Steuern zu senken. Marchionne zufolge ging es in dem Treffen aber nicht um Einzelheiten dazu. Ford-Chef Fields sagte, die Firmen wollten mit Trump zusammenarbeiten, um der US-Produktion zu einer Renaissance zu verhelfen.

Kritik an BMW Was Trumps Strafzölle für deutsche Autobauer bedeuten

Wer gehofft hatte, dass Donald Trump als Präsident von seiner Parole „America first“ abrückt, wurde eines Besseren belehrt. Was Trumps Attacke auf BMW wegen deren Mexiko-Plänen für die Branche bedeutet.

Was bedeutet Trumps Protektionismus gegen deutsche Autobauer. Quelle: REUTERS

Er lobte zudem die Entscheidung Trumps, den Ausstieg aus dem transpazifischen Freihandelsabkommen TPP zu beschließen. Bei dem geplanten Pakt sei etwa die Manipulation von Währungskursen nicht berücksichtigt worden.

FedEx kritisiert TPP-Ausstieg

Trump hatte am Montag formell erklärt, dass sich die USA aus dem TPP-Abkommen zurückziehen. Die Verhandlungen waren abgeschlossen, die USA haben den Vertrag aber noch nicht ratifiziert. TPP umfasst auch Länder wie Japan, Australien, Vietnam oder Chile, nicht aber China. Es sollte ein Gegengewicht zum wachsenden Einfluss der Volksrepublik sein.

Die US-Werke der deutschen Autokonzerne

  • Daimler

    Pkw-Werk in Vance (Tuscaloosa)
    Bundesstaat: Alabama
    Mitarbeiter: 3.500
    Modelle: C-Klasse (für Nordamerika), GLE, GLS

    Lkw-Werk in Cleveland
    Bundesstaat: North Carolina
    Mitarbeiter: ca. 3000

    Lkw-Werk in Mount Holly (Freightliner)
    Bundesstaat: North Carolina
    Mitarbeiter: 1.000

    Lkw-Werk in Portland (Western Star)
    Bundesstaat: Oregon
    Mitarbeiter: 1.000

    Van-Werk in Charleston (im Bau)
    Bundesstaat: South Carolina
    Mitarbeiter: bis zu 1.300 (geplant)
    Modelle: Sprinter

  • BMW

    Pkw-Werk in Spartanburg
    Bundesstaat: South Carolina
    Mitarbeiter: 8.000
    Modelle: X3, X4, X5, X6

  • Volkswagen

    Pkw-Werk in Chattanooga
    Bundestaat: Tennessee
    Mitarbeiter: 2.200
    Modelle: US-Passat, künftig Midsize-SUV

Gegen den Ausstieg regt sich aber auch Kritik. Die Entscheidung sei "unglücklich", sagte der Chef des Paketdienstes FedEx, Fred Smith, dem Sender Fox Business Network. "Wenn man die USA vom Handel abschneidet, ist das wie der Versuch, ohne Sauerstoff zu atmen."

Der wahre Nutznießer der Entscheidung sei China. Zudem hingen 40 Millionen Arbeitsplätze in den USA vom Handel ab. Dessen Vorteile seien aber anders als Fabriken weniger sichtbar, beklagte Smith.

Quelle:  Handelsblatt Online
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