Forderung der Linken: Nach Chodorkowski auch Snowden aufnehmen

Forderung der Linken: Nach Chodorkowski auch Snowden aufnehmen

, aktualisiert 23. Dezember 2013, 09:16 Uhr
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Michail Chodorkowski tritt ins Rampenlicht.

Nach zehn Jahren Lagerhaft geht Kremlgegner Chodorkowski in Berlin vor die Weltpresse. Anlass für die Linke, eine alte Forderung zu erneuern: Auch der ehemalige NSA-Mitarbeiter Snowden soll hier Zuflucht finden.

Die Linke sieht nach dem Erteilen eines Visums an den russischen Regierungskritiker Michail Chodorkowskis die Forderung bekräftigt, dass Deutschland auch den Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden aufnehmen soll. Am Sonntag war der russische Regierungsgegner Michail Chodorkowski nach der Begnadigung durch Präsident Wladimir Putin nach Berlin gereist. Er will sich aber auf keinen Machtkampf mit dem Kreml einlassen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt kündigte der 50-Jährige am Sonntag in Berlin den Verzicht auf eine politische Karriere an. „Ich werde nicht Politik betreiben. Der Kampf um die Macht ist nicht mein Ding.“ Auf einen neuen Rechtsstreit um seinen früheren Konzern Yukos will es der Ex-Milliardär ebenfalls nicht ankommen lassen. Ausdrücklich mahnte er den Westen aber, das Schicksal von anderen politischen Häftlingen nicht zu vergessen.
Die nächsten Tage will Chodorkowski weiterhin in Berlin verbringen. Nach dem Wiedersehen mit seinen Eltern und dem ältesten Sohn werden auch seine zweite Ehefrau Inna und die drei gemeinsamen Kinder erwartet. Am Sonntag hielten sich Frau und Kinder noch in der Schweiz auf. Er selbst wohnt derzeit im Hotel „Adlon“ am Brandenburger Tor. Die Entscheidung über seinen künftigen Aufenthaltsort ließ er offen. „Wo wir leben werden, das werde ich mit meiner Frau besprechen. Das kann ich jetzt nicht allein entscheiden.“ Für Deutschland hat er eine Aufenthaltserlaubnis von einem Jahr.

Michail Chodorkowski "Das Putin-Regime hat Angst"

Völlig überraschend hat Kremlchef Wladimir Putin die Begnadigung seines seit zehn Jahren inhaftierten Gegners Michail Chodorkowski angekündigt. Noch vor wenigen Tage wagte Chodorkowski nicht, darauf zu hoffen.

Michail Chodorkowski Quelle: dpa

Chodorkowski machte deutlich, dass er sich eine Rückkehr nach Russland derzeit nicht vorstellen kann. Der ehemals reichste Mann des Landes begründete dies damit, dass er keine Garantien habe, dann auch wieder ausreisen zu dürfen. Ausdrücklich bedankte er sich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die deutsche Unterstützung bei seiner Freilassung aus russischer Lagerhaft am Freitag. „Sie hat es möglich gemacht, dass ich heute in Freiheit bin.“
Beim ersten öffentlichen Auftritt war das Medien-Interesse gewaltig. Zahlreiche Fernsehsender aus dem In- und Ausland übertrugen die Pressekonferenz aus dem Mauermuseum am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie live. Als Chef des größten russischen Ölkonzerns Yukos war der Unternehmer zum Milliardär geworden. Nach öffentlicher Kritik an Putin fiel er in Ungnade und kam 2003 in Haft. An der Freilassung wirkte auch der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) mit.

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