Forschungsausgaben: Asien hängt Europa und USA ab

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Forschungsausgaben: Asien hängt Europa und USA ab

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Nanotechnologie ist laut R&D forecast die Schlüsseltechnologie schlechthin.

von Timo Stukenberg

Die Inflation frisst die realen Forschungsausgaben der USA und der EU auf. China hingegen investiert kräftig im internationalen Wettbewerb um Innovationen - und könnte damit bald weltweit an der Forschungsspitze stehen.

Die Forschungsausgaben in den USA und Europa fallen zurück. Das berichtet die Studie R&D funding forecast des amerikanischen Instituts Battelle und des Fachmagazins R&D Mag. Demnach blieben die Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) dort hinter der Inflation zurück. Weltweit sind die Forschungsausgaben jedoch um rund 3,7 Prozent gestiegen. Verantwortlich für den Anstieg ist vor allem China. Dort wächst die Forschungsförderung seit mehr als zehn Jahren im zweistelligen Bereich.

Insgesamt investierten Unternehmen und Regierungen 2013 weltweit rund 1,5 Billionen US-Dollar in die Forschung. Den größten Anteil an den Ausgaben haben die Informations- und Kommunikationstechnologien. Als Schlüsselindustrie für Forschung und Entwicklung gelten Nanotechnologie, Erneuerbare Energien und die Entwicklung von Cloud-Technologien und Hardware.

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Die EU hatte sich zwar vor zehn Jahren zum Ziel gesetzt, drei Prozent ihres Bruttoinlandprodukts in Forschung und Entwicklung zu investieren. Mit einem Wert von 1,88 Prozent verfehlte sie diesen Wert aber deutlich. Schuld daran ist laut dem Bericht die Staatsschulden- und Finanzkrise. Bis 2020 will die EU es noch einmal versuchen. Spitzenreiter Japan investiert bereits rund 3,5 Prozent seines BIPs.

Deutsche Unternehmen forschen EU-weit am meisten

Im europäischen Vergleich führt Deutschland die Rangliste der forschungsstarken Länder an. Hier werden die meisten Forschungspublikationen veröffentlicht, fast doppelt so viele wie in Frankreich. Wegen der erhöhten Nachfrage nach erneuerbaren Energie-Technologien ist die Forschung in diesem Bereich besonders stark.

Besonders forschungsstark sind im europäischen Vergleich auch deutsche Unternehmen. Demnach kommt die Hälfte der zehn Unternehmen mit den größten FuE-Ausgaben aus Deutschland. Die Spitze bildet Volkswagen.

Die Autoren haben mehr als 900 Wissenschaftler in über 70 Ländern befragt. In Deutschland beschweren sich Forscher vor allem darüber, dass Forschungsförderungen nicht langfristig genug angelegt sind. Das kritisieren auch die Autoren. "Forschung und Entwicklung ist kein Instrument, mit dem man im Handumdrehen Wirtschaftswachstum ankurbeln kann", schreiben sie in dem Report.

USA sind Forschungsspitze - noch

Bei den absoluten Zahlen liegen die USA mit 423 Milliarden US-Dollar immer noch ganz vorne. Das sind nur rund 1,2 Prozent mehr als 2012. Bei einer Inflation von knapp zwei Prozent, bedeutet das einen realen Rückgang der Investitionen. Mehr als die Hälfte der Investitionen kommen aus der Industrie.

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Unter Wissenschaftlern gelten US-Forscher laut der Studie dennoch in acht von zehn Schlüsselbereichen wie Luftfahrt, Militär und Chemie als Spitze der Forschung. In ihrer Studie prognostizieren die Autoren allerdings, dass China die USA 2023 an der Spitze verdrängen werde. Bewegung sieht die Studie auch am unteren Rand der Top 40-Länder mit den höchsten FuE-Ausgaben. Während im Vergleich mit den Ergebnissen von 2012 unter anderem Griechenland nicht mehr dazu zählt, haben es Iran und Pakistan unter die vierzig forschungsstärksten Länder geschafft.

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