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Fragiles Bankensystem: Frankreich steht das Wasser bis zum Hals

von Gerhard Bläske

Frankreich droht der Verlust des Top-Ratings. Das Land büßt nun für die seit Jahrzehnte wachsende Verschuldung, für seine Reformunfähigkeit – und sein fragiles Bankensystem. Der Euro-Krise droht eine neue Stufe der Eskalation.

Nicolas Sarkozy Quelle: dpa
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bangt um die Zustimmung seiner Landsleute. Quelle: dpa

Die Angst geht um. Die Angst vor dem Verlust des Triple-A-Ratings. Nach der Ankündigung der Ratingagentur Moody’s, Frankreichs Kreditwürdigkeit zu überprüfen, sieht Präsident Nicolas Sarkozy das Schicksal seines Landes auf dem Spiel stehen. Doch über Sparmaßnahmen zur Herstellung von Glaubwürdigkeit will er nur „vielleicht“ nachdenken. Regierungschef François Fillon hält derweil andere Themen für wichtiger: die Einigung über einen Schuldenschnitt für Griechenland, die Ausgestaltung des europäischen Rettungsschirms EFSF mit einem mächtigen Hebel und die Rekapitalisierung der Banken – all die Themen eben, über die sich die EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Wochenende den Kopf zerbrachen.

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Risiken sind enorm

Frankreichs Lage ist dramatisch. Die französisch-belgische Bank Dexia wird gerade zerschlagen. Paris übernimmt Garantien in Höhe von 33 Milliarden Euro. Andere Institute wie Société Générale, BNP Paribas oder Crédit Agricole haben große Liquiditätsprobleme und wurden von den Ratingagenturen heruntergestuft. Dass Sarkozy vergangenen Mittwoch, am Abend der Geburt seiner Tochter, zu einem Krisentreffen mit Bundeskanzlerin Merkel nach Frankfurt flog, zeigt: Frankreich steht das Wasser bis zum Hals. Längst geht es bei der Ausgestaltung des Rettungsschirms EFSF nicht mehr nur um Griechenland, Spanien oder Italien – es geht auch um Frankreich und wie die Folgen der unausweichlichen Griechen-Insolvenz für die französischen Banken und Sarkozys Staatshaushalt begrenzt werden können. Der Zinsabstand zehnjähriger Staatsanleihen Frankreichs und Deutschlands ist im Lauf der vergangenen Woche auf bis zu 117 Basispunkte gestiegen. So hoch war er seit 16 Jahren nicht.

Die Regierungen in Berlin und Paris sind alarmiert: Wenn Frankreich seine Probleme nicht schnell lösen kann und in den Strudel anderer Euro-Krisenländer gerissen wird, verliert die Euro-Zone einen ihrer beiden wichtigsten Pfeiler. Dann droht am Ende auch dem Euro das Aus. Statt für 211 Milliarden Euro müssten Deutschlands Steuerzahler dann für 317 Milliarden Euro bürgen, wenn Deutschland Frankreichs Anteil am Rettungsschirm EFSF übernehmen soll, damit dessen Volumen von 780 Milliarden Euro erhalten bleibt. Ein Szenario, dessen Folgen kaum auszudenken sind. Deutschland allein kann den Euro nicht retten.

Sarkozy selbst nährte Zweifel

Zweifel an Frankreichs Stabilität hat Präsident Sarkozy zuletzt selbst genährt – durch seinen Wunsch, die notwendige Rekapitalisierung der Banken seines Landes im Umfang von bis zu 50 Milliarden Euro dem Rettungsschirm EFSF zu übertragen. Wenn nicht einmal Frankreich mehr in der Lage ist, seine Finanzinstitute zu stabilisieren, wie düster sieht es dann für Europa und die Euro-Zone aus?

Doch bis zum Moody’s-Warnschuss hatte die Regierung in Paris den Ernst der Lage offenbar nicht begriffen. Zwar legte Sarkozy nach der überraschenden Verschärfung der Krise im Juli und August, mitten in der den Franzosen heiligen Urlaubszeit, Sparpläne vor, um die Märkte zu beruhigen. Doch die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer für Themenparks à la Disneyland wurde nach heftigen Protesten von Lobbyisten gestoppt, die höhere Besteuerung von Veräußerungsgewinnen aus dem Verkauf von Zweitresidenzen entschärft. Statt Ausgabenkürzungen blieben in erster Linie Steuererhöhungen: Einkommen ab 250 000 Euro werden mit einer Reichensteuer belegt, auf Kapitalerträge werden höhere Sozialbeiträge fällig, Steuervorteile für Unternehmen bei Verlustvorträgen fallen weg. Wenn schon bescheidenste Vorschläge nicht durchsetzbar sind, dann will man sich gar nicht vorstellen was passiert, wenn es wirklich ans Eingemachte geht.

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61 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.10.2011, 16:23 UhrAnonymer Benutzer: Mit 66 Jahren -

    da fängt das leben an .................

    mal den Udo Jürgens anhören --wie lustig das ist , die Augen verschlicßen und 85 Jh draus machen.
    Oder Griechischer Wein ist auch gut ---als Karaoke mitsingen

    D-Land war immer ein Alliierten Arbeitslager--das war nach 45 so geplannt.

    A...t macht frei stand da immer--nur eben von den Medien abgedeckt mit den Worten freie Marktwirtschaft.

    Nun was jetzt gerade in berlin passiert ist eben diesen Spruch A... t macht frei --als Losung für die ganze EU als Geschäftsmodell innerhalb der EU

    auszugeben

    man kann da nur auswandern, brasilien ; Canada, USA nicht , da kann man nur mit Handschellen + Fußfesseln einwandern ; Südamerika ja auch Rußland


    wird wohl in naher Zukunft ein brain Drain stattfinden in D-land, viele intelligente werden sich nicht dem Versailles Diktat der Alliierten unterwerfen als Dauer-Zahl-Knechte von Merkosis gnaden.

    Aber dann wird man auch in FR bis 85 arbeiten lassen--und das gibt einen Riesen-Ärger.

  • 26.10.2011, 16:13 UhrAnonymer Benutzer: Mit 66 Jahren -

    da fängt das leben an

    " hört euch doch mal den Song von Udo Jürgens an von 1977 , der wußte damals schon das man aus der 66 eine 85 machen muß "

    smile

    lach

    cmejatcja

  • 26.10.2011, 16:10 UhrAnonymer Benutzer: Ebony & Ivory

    leben in perfektn-bi Harmonie so in etwa, Duo Paul Mac Cartny & Stevie Wonder am Klavier.

    sollte das Konstrukt krachen--dann könnt ihr in D schon mal anfagen Russisch zu lernen Chinesisch wäre auch nicht verkehrt.

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