Francois Hollande: Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten

Francois Hollande: Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten

, aktualisiert 06. März 2017, 12:34 Uhr
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Der französische Präsident Francois Hollande dringt auf ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten. Denn Europa könne nur überleben, wenn einige Staaten in puncto Integration schneller agieren würden als andere.

Quelle:Handelsblatt Online

Einige Staaten müssen bei der Integration schneller sein, als andere - das machte Frankreichs Präsident Hollande deutlich. Darüber hinaus nahm er dafür auch das deutsch-französische Verhältnis in die Pflicht.

BerlinDie EU kann nach Worten des französischen Präsidenten François Hollande nur überleben, wenn einige Staaten bei der Integration schneller voranschreiten als andere. „Sonst explodiert Europa“, warnte er kurz vor dem Vierer-Gipfel in Versailles am Montag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie den Regierungschefs Italiens und Spaniens.

Das Europa der 27 - ohne Großbritannien - könne nicht länger ein uniformes Europa sein, sagte Hollande im Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) und fünf weiterer europäischer Zeitungen. „Wenn wir immer alles zu 27 tun wollen, riskieren wir, dass wir gar nichts tun.“

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Lange sei die Idee eines Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten auf Ablehnung gestoßen. „Aber heute ist es eine Idee, die sich aufdrängt. Sonst explodiert Europa.“

Das deutsch-französische Verhältnis bezeichnete Hollande als entscheidend: „Wenn zwischen Frankreich und Deutschland kein Vertrauen und keine Einigkeit herrschen bei den wichtigsten Themen, kann Europa nicht vorankommen.“ Die größten Gefahren für Europa seien nationale Egoismen, mangelnde Entscheidungsfreude der EU und die Rechtsextremen.

Eindringlich warnte Hollande vor einem Sieg der rechtspopulistischen Kandidatin Marine Le Pen von der Partei Front National bei der französischen Präsidentenwahl im Frühjahr. Es gehe nicht nur um Frankreichs Schicksal, sondern auch um das Europas. Sollte Le Pen „wider Erwarten“ die Wahl gewinnen, würde sie mit dem Austritt Frankreichs aus der Euro-Zone und der EU beginnen, sagte Hollande. „Es ist meine letzte Pflicht, alles zu tun, dass Frankreich nicht eine derartig schwere Verantwortung auf sich lädt.“ Aber „ich versinke nicht in Hoffnungslosigkeit. Ich will ein Europa der Stärke, der Macht“, sagte Hollande, der bei der Wahl nicht antritt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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