Freytags-Frage: Wie nachhaltig ist Afrikas Aufschwung?

kolumneFreytags-Frage: Wie nachhaltig ist Afrikas Aufschwung?

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Afrika ist im Begriff, den Status des Bedürftigen zu verlassen und ein Partner zu werden.

Kolumne von Andreas Freytag

Etliche Länder Afrikas haben die Korruption reduziert, die Ansteckungsraten für Krankheiten verringert und die Einschreibraten in Schulen erhöht. Wandelt sich Afrika vom Hilfeempfänger zum Partner?

Auch wenn es politisch nicht korrekt klingt: Die deutsche Wirtschaft ist vom Außenhandel abhängig wie kaum eine andere. Deshalb ist der Abschluss der Doha-Runde von enormer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Es ist sehr erfreulich, dass die indische Blockade der Runde beendet werden konnte und dass es einen Verhandlungsdurchbruch gab. Denn die Runde befasst sich mit den Entwicklungsländern, in denen eine in Europa zur Zeit nur schwer vorstellbare Dynamik entfaltet worden zu sein scheint, vor allem in den afrikanischen Ländern. Deshalb sollten die Deutschen ein Interesse am Außenhandel im Allgemeinen und an Afrika im Speziellen haben.

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Durchaus passend zu den Entwicklungen in der Doha-Runde geht es in der großen Koalition auch um die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit. Unter der schwarz-gelben Koalition wurde diese tatsächlich zunehmend als wirtschaftliche Zusammenarbeit und weniger als die Verwaltung des Elends und die Ausschüttung von Hilfsmilliarden betrachtet.

Dies war eindeutig ein großer Erfolg der alten Bundesregierung, denn es kann als erwiesen gelten, dass die alten Modelle der Entwicklungshilfe und der etwas herablassenden Haltung den Entwicklungsländern gegenüber ein wenig positive Wirkung haben. Diese neue Form Entwicklungszusammenarbeit hat positive Auswirkungen auf die Entwicklungsländer, aber auch auf die deutsche Wirtschaft, sofern sie die Möglichkeiten wahrnimmt, die sich ihr daraus bieten können. Man kann nur hoffen, dass die große Koalition diesen Weg beibehält.

Wirtschaftsdaten ausgewählter Länder in Afrika

  • Ghana

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)44.223
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)5,45%
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)63

    Quelle: IWF, Corruption Perceptions Index (CPI), 2013

  • Kenia

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)45.082
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)5,56 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)136

  • Nigeria

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)286.470
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)6,27 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)144

  • Ruanda

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)7.431
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)5,00 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)49

  • Sambia

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)22.416
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)6,04 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)83

  • Südafrika

    BIP (in Mio. US-Dollar, 2013)350.779
    Veränderung zum Vorjahr (Wirtschaftswachstum)1,89 %
    Korruption (Rang auf dem TI-Index)72

Was heißt dies konkret für Afrika? Moderne Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika nimmt die Ursachen der Probleme in den betroffenen Ländern in den Blick. Dies sind zum ersten institutionelle oder Governance-Probleme im weitesten Sinne, die eine weitere Entwicklung behindern. Darunter stechen Korruption, die Abwesenheit klar definierter privater Eigentumsrechte, fehlende Rechtssicherheit, Schwächen der Verwaltung und Finanzbehörden sowie schlecht organisierte Bildungs- und Gesundheitspolitik deutlich hervor.

Zum zweiten sind die Wirtschaftsstrukturen oft einseitig auf wenige landwirtschaftliche Produkte oder Rohstoffe ausgerichtet, sodass drittens die afrikanischen Unternehmen zu selten gut in die sog. globalen Wertschöpfungsketten integriert sind. Konkret heißt dies, dass höhere Wertschöpfung auf Standorte außerhalb Afrikas konzentriert ist.

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