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Friedrich Merz: "Ausschluss von Euro-Mitgliedern muss möglich sein"

von Friedrich Merz Handelsblatt

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz schlägt Alarm: Die Gefährdung des Finanzsystems sei heute tausendfach höher als nach der Lehman-Pleite. Daher müsse auch das Undenkbare gedacht werden.

Der frühere Quelle: Lennart Preiss/dapd
Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz fordert Konsequenzen für verschuldete Staaten. Quelle: Lennart Preiss/dapd

Das Jahr 2011 dürfte noch für manche Überraschung gut sein. In der Wirtschafts- und Finanzpolitik stehen die Zeichen auf Sturm. Wenn es richtig ist, dass Börsen nicht die Vergangenheit bewerten, sondern die Zukunft einschätzen, dann befinden wir uns in großen Teilen der Welt am Rande einer Rezession. Die Fundamentaldaten geben nach wie vor ein anderes Bild: Die Weltwirtschaft wächst, in vielen Ländern steigen die Beschäftigtenzahlen, die Konsumnachfrage ist relativ stabil, und die meisten Industrieunternehmen haben volle Auftragsbücher. Trotzdem schwankt die Bodenplatte, auf der wir stehen.

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Staatsanleihen in Verruf

Dieser Befund ist nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Tatsächlich wachsen die Unsicherheiten dort, wo moderne Volkswirtschaften am empfindlichsten sind, nämlich in den Geld- und Kreditmärkten. Die Bankaktien in Europa und den USA erleiden zurzeit die größten Verluste, größer noch als vor dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers. Der Interbankenzahlungsverkehr scheint erneut fast völlig zum Erliegen zu kommen.

Bei Lehman war es "nur" eine Bank, die das Weltfinanzsystem an den Rand des Abgrunds gebracht hat; jetzt ist eine ganze Asset-Klasse in Verruf geraten, nämlich die bisher als vollkommen sicher geltenden Staatsanleihen. Diese wurden bisher nie als potenziell gefährdete Kredite angesehen. Jetzt steht mit der offenen Rückzahlungsfähigkeit das Staatsfinanzierungskonzept in den Währungsräumen von Euro und Dollar auf dem Prüfstand. Die Gefährdung des Finanzsystems ist um entsprechende vieltausendfache Faktoren höher als im Herbst 2008 nach Lehman.

Staatsverschuldung endlich Thema der politischen Diskussion

Zwei Fragen stellen sich in diesem Zusammenhang: Wie konnte es so weit kommen? Und wie könnte eine Lösung aussehen?

Die erste Frage ist relativ leicht zu beantworten: Auch wenn über Jahrzehnte alle Warnungen vor einer zu hohen Staatsverschuldung in den Wind geschlagen wurden, zeigt sich, dass auch Staaten nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch zahlungsunfähig werden können. Die Folgen sind dann äußerst schmerzlich, aber auch höchst heilsam, denn das Thema der überbordenden Staatsverschuldung kommt so und endlich in die Mitte der politischen Diskussion. Da hätte es schon vor langer Zeit hingehört.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.09.2011, 17:45 UhrAnonymer Benutzer: dosto

    der Mann ist kein Macher,
    er tut nur so

  • 09.09.2011, 11:26 UhrAnonymer Benutzer: Super-Angie

    ich kann mich Merzki Dosto & Schade nur anschließen

    Er hätte eine Opposition innerhalb der CDU bilden können gegen die orientierungslose Dame.

    Aber er gehört ja zu der Gewinner-gruppe--alle anderen befinden sich in der Gruppe der zu enteignenden.

  • 09.09.2011, 01:08 UhrAnonymer Benutzer: Bürger SH

    Abgesehen davon, dass der Zahlungsverkehr zwischen den banken zum Glück noch nicht berührt wird - gemeint hat Herr Merz wohl den interbanken-Markt für kurzfristige Ausleihungen ohne Sicherheiten- , ist die beschreibung zutreffend, aber auch nicht gerade besonders neu.

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