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G20-Abschluss: Kein Bündnis gegen Merkel

Quelle: Handelsblatt Online

Zum Abschluss des G20-Gipfels ging es um die Nahrungsversorgung armer Länder. Zudem setzte sich EU-Kommissionspräsident Barroso für eine globale Steuer auf Finanzgeschäfte ein. Von Seiten der USA kam Lob für Deutschland.

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff (r.) und Angela Merkel beim G20-Gipfel. Quelle: AFP
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff (r.) und Angela Merkel beim G20-Gipfel. Quelle: AFP

Los CabosDeutschland spielt aus amerikanischer Sicht eine „sehr konstruktive Rolle“ bei der Bewältigung der Schuldenkrise in Europa. Am Rande des Gipfels der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) im mexikanischen Los Cabos sagte ein hoher US-Regierungsbeamter am Dienstag vor Journalisten, Deutschland sei entscheidend für eine Lösung, doch gehe es nicht nur um Deutschland. Alle EU-Staaten müssten „schwierige Entscheidungen“ treffen.

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US-Präsident Barack Obama habe versucht, die Europäer zu energischeren Schritten zu bewegen. Deutschland und die anderen EU-Mitglieder verstünden allerdings den Ernst der Lage. Die Gemeinschaft wisse, dass sie mehr tun müsse, um die Märkte zu beruhigen. Der Rahmen, an dem die Europäer arbeiteten, laufe auch „auf eine viel schlagkräftigere Antwort hinaus“ als bisher ins Auge gefasst, sagte der US-Beamte, der anonym bleiben wollte.

Der Beamte zog eine positive Bilanz des Gipfels, der aus seiner Sicht „ein bisschen besser als erwartet“ gelaufen sei. Er müsse aber daran gemessen werden, was danach folge.

Die anderen Staaten hätten sich bei dem Abendessen am Montag nicht gegen Kanzlerin Angela Merkel verbündet, widersprach der US-Beamte einer entsprechenden Frage eines Journalisten. Der Rest der Welt sei nur fokussiert auf Europa und wolle, dass die Europäer verstünden, dass die Krise starke Auswirkungen auf das Wachstum anderswo habe.

Unterdessen hatte sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso beim G20-Gipfel für eine globale Finanztransaktionsteuer stark gemacht. Für Barroso ist eine solche Steuer auf Finanzgeschäfte ein Gebot der Fairness gegenüber den Ärmsten der Welt, wie aus der Gipfelrunde im mexikanischen Badeort Los Cabos verlautete. Ginge es nach Barroso, gingen die Einnahmen aus der Steuer in die Entwicklungshilfe.

In der Europäischen Union wird eine solche Abgabe derzeit intensiv diskutiert. Allerdings stellt sich vor allem Großbritannien mit seinem starken Finanzsektor dagegen. Deutschland ist dafür und gegebenenfalls bereit, auch mit einer kleineren Gruppe EU-Staaten eine solche Steuer einzuführen.


Eklat beim Thema Nahrungsmittelversorgung

Der G20-Gipfel im mexikanischen Badeort Los Cabos ist beendet. Die führenden Volkswirtschaften der Erde (G20) berieten am Dienstag, dem zweiten Tag des Treffens, Handels- und Entwicklungsfragen.

Dabei ging es um eine bessere Nahrungsmittelversorgung für arme Länder. Die Versorgung der Welt mit ausreichend Nahrung ist nach Ansicht der G20-Staaten „eine der größten Herausforderung“.

Wegen des erwarteten starken Anstiegs der Weltbevölkerung von heute 7 auf 9,3 Milliarden bis 2050 müsse die Produktion von Nahrungsmitteln um 50 bis 70 Prozent anwachsen, stellen die G20 in dem Abschlusskommuniqué auf ihrem Gipfel in Los Cabos in Mexiko fest. In Entwicklungsländern müsse die Produktion sogar fast verdoppelt werden.

Die G20 einigte sich darauf, weiter keine neuen Handelshemmnisse aufzubauen. Die entsprechende Vereinbarung wurde bis 2014 verlängert. Zudem wollen die G20 auch die Spekulationen mit Agrarrohstoffen eindämmen.

Hilfsorganisation warfen den größten Volkswirtschaften allerdings Unentschlossenheit vor. Es kam zu einem Eklat, als Mexikos Außenministerium drei Stunden vor Gipfel-Ende eine Pressekonferenz von Aktionsgruppen unterbrach, als diese ihre Kritik äußerten.

Christina Weller von der katholischen britischen Entwicklungsorganisation CAFOD bescheinigte den G20 „einen Mangel an konkretem Engagement und einen noch größeren Mangel an Taten“. Die Aktivisten beklagten auch, dass die Probleme mit Biosprit als Treiber von Nahrungsmittelpreisen ausgeklammert worden seien.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 20.06.2012, 14:32 UhrNichtDumm

    Obama ist wie einer der am Straßenrand steht und fragt, "haste mal nen Euro?"

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