G20-Gipfel: Eine Billion Dollar für die Weltwirtschaft

G20-Gipfel: Eine Billion Dollar für die Weltwirtschaft

Bild vergrößern

Italiens Premierminister Silvio Berlusconi (3. von rechts) macht Späße mit US-Präsident Barack Obama (5. von rechts) und Russlands Präsident Dmitri Medwedew (2. von rechts).

Die Staatschefs der 20 wirtschaftsstärksten Länder haben beschlossen, über den Internationalen Währungsfonds (IWF) weitere 750 Milliarden Dollar in die Märkte zu pumpen. Zudem soll der einbrechende Welthandel mit 250 Milliarden Dollar unterstützt werden.

Die stärksten Wirtschaftsnationen der Erde (G20) stützen in der schweren Wirtschaftskrise die ärmsten Länder und den Welthandel mit mehr als 1.000 Milliarden Dollar - das sind gut 817 Milliarden Euro. Das sagte der britische Premierminister Gordon Brown am Donnerstag zum Abschluss des G20-Gipfels in London.

Zudem wollen die G20 schärfere Regeln für die globalen Finanzmärkte durchsetzen, damit sich eine Krise wie derzeit nicht wiederholt. Nach seinen Worten müssen sich beispielsweise Hedgefonds, die mit Risikokapital Geschäfte machen, künftig einer Aufsicht unterstellen.

Anzeige

"Wir werden die Bankenlandschaft aufräumen und das Kreditgeschäft wieder ankurbeln“, sagte Gastgeber Brown. Für die Bankenwelt werde es neue Regeln für Bonus-Zahlungen geben. „Es gibt künftig keine Belohnung mehr für Versagen“, sagte Brown. Die G20 sagt auch der Steuerhinterziehung den Kampf an. Steuerparadiese, die nicht mit Behörden anderer Länder zusammenarbeiten, sollen auf eine schwarze Liste. Diesen Steueroasen drohten zudem Sanktionen, sagte Brown.

Vor allem Entwicklungsländern soll geholfen werden

Die neuen Finanzhilfen fließen zumeist über den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

Mittelfristig sollen dessen flüssigen Mittel in zwei Tranchen um zusammen 500 Milliarden Dollar aufgestockt werden. Dazu soll auch noch das Grundkapital, die sogenannten Sonderziehungsrechte, des IWF um zusätzliche 250 Milliarden Dollar aufgestockt werden.

Mit der massiven Erhöhung der IWF-Mittel soll vor allem krisenbedrohten Entwicklungs- und Schwellenländern schneller und umfassender geholfen werden. Sie leiden unter einem Abfluss von Kapital. Dies führt zu Schwierigkeiten in der Kreditversorgung und schwächt die Wirtschaft. Deutschland müsse sich an der Ausweitung der IWF-Mittel mit einem Anteil zwischen sechs und zehn Prozent beteiligen, hieß es am Rande des Gipfels.

Die Weltbank bekommt nach den Angaben 100 Milliarden Dollar, um armen Ländern zu helfen. Sie sind von der schwersten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg besonders betroffen. Die Staats- und Regierungschefs verständigten sich zudem darauf, mit 250 Milliarden Dollar den Welthandel wieder anzukurbeln. Das Geld soll als Versicherungen und Bürgschaften für Exportgeschäfte genutzt werden. Dies soll den weltweiten Handel stabilisieren, der 2009 deutlich einbrechen dürfte. Vor allem Deutschland als weltweit größter Exporteur von Gütern würde davon profitieren.

Wiederaufnahme der Doha-Runde

Ferner soll der IWF angeblich grundlegend reformiert werden. Hierbei soll es sich um die größte Neuerung seit Gründung des Währungsfonds im Jahr 1944 handeln. Dadurch sollen aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China, Indien und Brasilien mehr Gewicht im IWF erhalten. Die Reform wird von diesen Ländern schon lange angemahnt.

Die Gipfelteilnehmer einigten sich nach Worten eines EU-Diplomaten auch auf die Wiederaufnahme der Doha-Gespräche zur Liberalisierung des Handels beim nächsten G8-Treffen. US-Präsident Barack Obama habe nach Forderungen von  EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy dem Vorhaben zugestimmt. Die 2001 in Doha begonnenen Gespräche sind bereits in mehreren Anläufen gescheitert.

Bei den Protesten am Rande des Gipfels starb am Mittwochabend ein Mann. Nach Angaben der Behörden stand sein Tod aber nicht in Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz. Beamte hätten den Mann auf in einer Straße gefunden, wo er gestürzt sei. Die Todesursache soll bei einer Obduktion geklärt werden. Polizisten hätten noch versucht, den Mann wiederzubeleben. Vor Beginn des Gipfels war es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%