G20-Gipfel: Merkel und Sarkozy: Große Worte

G20-Gipfel: Merkel und Sarkozy: Große Worte

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Vorabend des G20-Gipfels in London

Die Regierungschefs treffen in London mit hohen Erwartungen und Zielen aufeinander – aber eben ganz unterschiedlichen. WirschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy zu den hohen Ansprüchen von Angela Merkel und Nikolas Sarkozy.

Gemeinsam traten sie vor die Presse in London, und gemeinsam benutzten sie die größtmöglichen Wörter: Das Gipfeltreffen der 20 Regierungschefs in London sei „entscheidend für die Zukunft der Welt“, so die Bundeskanzlerin. Die Gelegenheit schlechthin, eine „neue Welt zu erschaffen“, echote der französischen Präsident Nicolas Sarkozy. Die kräftige Einleitung brauchen die beiden. Denn so ganz dabei bei der Rettung der Welt sind die anderen Teilnehmer nicht so uneingeschränkt.

Kontrolle und Transparenz

Und so machte die selbstbewusste Achse Berlin-Paris auch fest, wie die Welt zu retten ist: Es dürfe keinen Platz der Welt mehr geben und kein Finanzprodukt, das nicht kontrolliert werde und das sich der Transparenz entziehen dürfe. Es dürfe keine Finanzinstitut  und keinen Hedgefonds mehr geben, die unreglementiert mit viel Geld vor sich hinwirtschaften. Die Rating-Agenturen müssten kontrolliert werden, und von jedem weiterverkauften Kredit muss ein Teil in der Bilanz der abgebenden Bank bleiben – die sich damit nicht mehr der Risiken total entledigen kann. Natürlich müssten Regelungen her, die die Bezahlung der Manager einschränken. Und Namen wollen sie nennen, die Namen jener Länder, die Fluchtgelder ohne Herkunftsnachweis annehmen, arme Schweiz, armes Luxemburg.

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Nur ein paar Monate, das sei die Marge, innerhalb der zur Jagd auf die Steueroasen geblasen werde. Allgemeine, weiche Formulierungen wollen sie nicht zulassen, jetzt sei die Zeit der Taten gekommen, weil Milliarden Menschen, die nichts mit den Finanzmärkten zu tun haben, trotzdem unter deren Fehler zu leiden hätten.

Kein Kuhhandel

Daher will Merkel will sich auch auf „keinen Kuhhandel einlassen“. Denn gegen das selbstbewusste Finanz-Flic-Duo stehen England und die USA: Die wollen lieber neue Konjunkturprogramme auflegen, statt die Finanzmärkte zu regulieren.

Reicht das noch nicht: „Wir leben in einer multipolaren Welt“, stellt Sarko selbstbewusst fest – und da sei es keine Gefälligkeit, Europa zuzuhören. Diese Spitze richtete sich gegen Barack Obama.In der Nacht wurde  weiterverhandelt. Vor der Geschichte darf man nicht zögern, sagt die Kanzlerin. Nun denn. Jedenfalls wird es spannend – spannender als auf den allermeisten internationalen Konferenzen, deren Differenzen sonst so diplomatisch weggebügelt werden.

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