G20-Impressionen: Weltmachtstreben stirbt auch nicht in einer Finanzkrise

G20-Impressionen: Weltmachtstreben stirbt auch nicht in einer Finanzkrise

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Air Force One sits on the tarmac with U.S. President Barack Obama and his wife Michelle Obama aboard after Landing in Southern England at Stansted Airport 31 March 2009. President Obama will attend the G20 Summit in London then travel on to the NATO summit in France and Germany later this week. EPA/SHAWN THEW (c) dpa - Bildfunk

Obama verzückt selbst abgebrühte Jounalisten, während Regierungsdelegationen an den Formulierungen feilen, mit denen die Finanzmärkte gebändigt werden sollen. WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy berichtet vom G20-Gipfel.

Am Touri-Airport Stansted parken die Regierungs-Jets, wie Obamas Airforce One. Selbst abgebrühte Journalisten fotografieren die alte 747. Es ist, als habe Obama sie durch sein Sitzfleisch geadelt, alles was er anfasst wird zur Ikone.

Berlusconis Wagen-Kolonne kreuzt die Rollbahn des deutschen Regierungs-Airbus aus früheren Beständen der DDR. Die Regierungschefs und die BKin (Amtsjargon fuer BundeskanzlerIN) reisen zum Feinschliff von Dokumenten an, an denen letztlich seit dem Weltwirtschaftsgipfel 2007 in Heiligendamm gewerkelt wird.

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Es geht um die bessere Regulierung der Finanzmärkte. Aber das ist ein Werk für die Ewigkeit. Eigentlich wollten Amerikaner, Briten und Japaner aus dem Treffen einen Welt-Konjunkturgipfel machen - mit der Forderung nach noch mehr Staatsknete für die Nachfrage. Doch die Europäer haben sich letztlich durchgesetzt - mit Hilfe der Russen und Chinesen. Die wollen wiederum die weltweite Hegemonie des Dollars bändigen, Weltmachtstreben stirbt auch nicht in einer Finanzkrise.

Jetzt geht es in den Gesprächen der BKin darum, möglichst detaillierte Regelungen in die Gipfeldokumente einzuschleusen. Derzeit, so der Verhandlungsstand der Sherpas, sind diese noch in Anhängen zum Hauptdokument abgelegt.

Jetzt sollen sie weiter nach vorne, möglichst in die Abschlusserklärung aufrücken. Damit hätten sie größere völkerrechtlichen Bindungskraft für die Unterzeichnerstaaten, denen es ja zunächst frei steht, die so vereinbarten Regulierungen in nationales Recht umzuformen.

In weiteren Konferenzen soll so Schritt für Schritt  ein globaler Rahmen entstehen. Realistischerweise ist es ein Erfolg für Merkel, wenn so wenigstens die jeweiligen Finanzaufsichtsbehörden zur Zusammenarbeit verpflichtet würden und jeweils eine Behörde eine Art Führungsfunktion übernehmen könnte.

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