G8: Obama drückt Gipfel seinen Stempel auf

G8: Obama drückt Gipfel seinen Stempel auf

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US-Präsident Barack Obama übernahm auf seinem ersten G8-Gipfel eine starke Rolle

Der G8-Gipfel im italienischen L’Aquila geht ohne große Überraschungen zu Ende. Konkret wurden die Staats- und Regierungschefs nur in einigen Punkten, besonders bei der Hilfe für Afrika.

Die wichtigsten Industriestaaten und Russland verabschieden sich von ihrem alleinigen Führungsanspruch. Die schweren Verwerfungen der Weltwirtschaftskrise, eine drohende Klimakatastrophe und die unberechenbaren Möchtegern-Atommächte Iran und Nordkorea zwingen die G8, neue Partner wie China, Indien und Brasilien dauerhaft in den elitären Kreis aufzunehmen.

Unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy war am Freitag zum Abschluss des G8-Gipfels die Debatte über die Zukunft der Gruppe der Acht voll entbrannt. Vor allem Europäer drängen auf Veränderung und finden bei US-Präsident Barack Obama dafür Gehör.

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Deutliche Worte an Nordkorea und Iran

Obama präsentierte sich bei seinem ersten Auftritt in der Runde als treibende Kraft und verständnisvoller Mannschaftsspieler: Am dritten und letzten Tag der Beratungen setzte er mit der Idee einer 20 Milliarden Dollar (14,38 Milliarden Euro) schweren G8-Initiative zugunsten der Landwirtschaft in der Dritten Welt ein Ausrufezeichen. Mit dem Geld sollen die Bauern ihre Produktion ankurbeln, damit ihre Länder nicht weiter von Lebensmittelhilfen abhängig sind.

Obamas Handschrift trugen auch die deutlichen Worte des Gipfels an Nordkorea und Iran, denen ein Ende der Atomprogramme eindringlich nahe gelegt wurde: Vor allem der Iran muss damit rechnen, dass die G8 - mit Unterstützung des bisher zögerlichen Russland - die Sanktionsschraube anziehen.

In der Klimapolitik lobte Bundeskanzlerin Merkel den Beitrag der USA, die unter Obamas Vorgänger George W. Bush jeden Fortschritt quasi boykottiert hatte. Jetzt sind nicht nur die USA, sondern auch die wichtigen Schwellenländer überzeugt, beim Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen wirkungsvolle Maßnahmen gegen die gefährliche Erderwärmung ergreifen zu müssen. Ziel soll sein, die Erwärmung des Weltklimas - im Vergleich zur vorindustriellen Zeit - unter zwei Grad zu halten.

Neue Weichenstellung in der Entwicklungspolitik In der Entwicklungspolitik ist das Bemerkenswerte des Gipfels die Weichenstellung für mehr Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfsorganisationen bemängeln dennoch die zu geringe finanzielle Ausstattung des Projekts. Vor allem war nicht klar, wie viel der 20 Milliarden Dollar wirklich „frisches Geld“ ist. Das Geld soll binnen drei Jahren fließen.

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