Gasstreit: Europa immer noch ohne Gas

Gasstreit: Europa immer noch ohne Gas

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Die Erdgas-Verdichterstation im brandenburgischen Mallnow (Märkisch-Oderland).

Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine wartet Europa weiter auf die versprochenen Erdgas-Lieferungen. Offenbar gibt es Verzögerungen bei der Unterzeichnung des gestern ausgehandelten Vertrags. Streitpunkt sind nach wie vor die Transitgebühren.

Nach der von den Regierungen Russlands und der Ukraine am Wochenende verkündeten Einigung im Gasstreit drohen Verzögerungen beim Vertragsentwurf. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko wünsche Nachbesserungen bei den Gebühren für den Transit von russischem Erdgas durch die Ukraine, teilte dessen Energieberater Bogdan Sokolowski heute in Kiew nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Es blieb zunächst unklar, ob der Vertrag zur Beendigung der Transitblockade wie vereinbart am heutigen Montag unterzeichnet werden kann. Der Vertrag ist Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Lieferungen nach Westen. De ukrainische Delegation hielt sich laut Medien zur Vertragsunterzeichnung in Moskau auf.

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Ruf verspielt

Timoschenko und der russische Regierungschef Wladimir Putin hatten sich in der Nacht auf Sonntag auf ein neues Gasabkommen geeinigt und damit in Europa erneut Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Lieferungen inmitten des kalten Winters geweckt. Der Streit hat die Gasversorgung Europas seit Jahresbeginn massiv beeinträchtigt und teilweise zum Stillstand gebracht.

Die EU warf beiden Ländern vor, ihren Ruf als zuverlässige Energielieferanten zu verspielen. Die Kommission hat den Angaben zufolge keinen Überblick über die wirtschaftlichen Folgen der Krise. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren zweifellos enorm“, sagte der Sprecher von Energiekommissar Andris Piebalgs. In Brüssel berieten erneut Gas-Experten über die Lage.

Situation in Südeuropa sehr ernst

Die Situation in Bulgarien, der Slowakei, Serbien und Bosnien-Herzegowina sei weiterhin sehr ernst, sagte der Kommissionssprecher weiter. Deutschland habe zur Versorgung der Slowakei und Ungarns beigetragen. Die großen europäischen Gaskonzerne müssen zur endgültigen Beilegung des Streits wohl aber nicht mehr aktiv werden.

„Offenbar haben Russland und die Ukraine eine Lösung erzielt, bei der die Mitwirkung der europäischen Gasgesellschaften nicht erforderlich ist“, sagte ein Sprecher von E.On Ruhrgas unterdessen. E.On, die französische GDF Suez und die italienische ENI hatten erwogen, der Ukraine sogenanntes technisches Gas bereitzustellen, welches das Land zur Wiederaufnahme des Gastransports nach Westeuropa benötigt.

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