Gaza-Krieg: Hoffnung auf dauerhafte Waffenruhe

Gaza-Krieg: Hoffnung auf dauerhafte Waffenruhe

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Rauch steigt über Gaza auf, nachdem eine israelische Rakete eingeschlagen ist. In der Nacht zu Montag begann eine weitere Feuerpause.

Im Gaza-Konflikt hat eine erneute dreitägige Feuerpause begonnen. Die Vereinten Nationen hoffen auf einen Durchbruch am Verhandlungstisch zwischen Israel und den Palästinensern.

Nach dem Beginn einer neuen Feuerpause im Gaza-Krieg hofft UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass sich die Konfliktparteien unter ägyptischer Vermittlung auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen. Wie ein Sprecher Bans am Sonntagabend in New York mitteilte, forderte der UN-Generalsekretär alle Betroffenen auf, konstruktiv daran zu arbeiten und alles zu vermeiden, was zu erneuter Gewalt führen würde. Die Vereinten Nationen stünden bereit, bei der Umsetzung eines Abkommens mitzuwirken, das den Frieden festige und den dringend gebrauchten Wiederaufbau Gazas erlaube.

Die dreitägige Feuerpause war in der Nacht zum Montag in Kraft getreten. Darauf hatten sich Israel und die radikal-islamische Hamas am Sonntag geeinigt, wie israelische Regierungsvertreter und die Hamas-eigene Nachrichtenagentur Al-Araj bestätigten. Die Waffenruhe begann um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Damit ist der Weg zur Wiederaufnahme von indirekten Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo frei. In den Verhandlungen geht es um eine dauerhafte Waffenruhe nach mehr als einem Monat Krieg.

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Zahlen und Fakten zum Gaza-Streifen

  • Größe und Bevölkerungsdichte

    1,8 Millionen Menschen auf 360 Quadratkilometern

  • Junge Bevölkerung

    43,2 Prozent der Bewohner in Gaza sind jünger als 15 Jahre (in Deutschland 14 Prozent, Quelle: statistisches Bundesamt). Nur 2,6 Prozent sind älter als 65 (in Deutschland 21 Prozent).

  • Arbeitslosigkeit

    Laut IWF liegt die Arbeitslosigkeit im Gaza-Streifen bei 40 Prozent. Zum Vergleich: In Israel sind es 6,2 Prozent.

  • Legaler Übergang?

    Es gibt nur einen legalen Übergang für Waren: den Grenzposten Kerem Shalom im Süden des Gaza-Streifens nach Israel.

     

  • Nahrungsmittelhilfe

    Laut BBC erhalten 80 Prozent der Bevölkerung irgendeine Form von Nahrungsmittelhilfe, zum Beispiel durch die Uno.

  • Leitungswasser

    Nur 5,5 Prozent des Leitungswassers genügen den Trinkwasserstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO.

  • Elektrizität

    Es gibt nur ein Kraftwerk im Gaza-Streifen, es produziert Strom für circa ein Drittel der Bevölkerung. Mangels Kraftstoff fällt es jedoch regelmäßig aus. Bereits vor Kriegsbeginn hatten die Bewohner Gazas so nur circa acht Stunden Strom pro Tag. Seit den Angriffen auf das Kraftwerk am 29. Juli sind es, wenn überhaupt, noch zwei Stunden Strom pro Tag.

  • Abwasser

    Durch die mangelnde Stromversorgung kann das Abwasser nicht ausreichend behandelt werden. Laut BBC werden daher pro Tag etwa 90 Millionen unbehandeltes Wasser ins Mittelmeer gepumpt.

Kurz vor Inkrafttreten der Waffenpause hatte der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, noch Raketensalven auf Israel abgefeuert. Die israelische Luftwaffe habe ihre Angriffe eingestellt, hieß es aus dem Gazastreifen.

Israelische Delegation bereits eingetroffen

Die Verhandlungen waren vergangenen Freitag abgebrochen worden, nachdem die Hamas einer Verlängerung der damaligen Feuerpause nicht zugestimmt und erneut Raketen auf Israel abgeschossen hatte. Der jüdische Staat hatte die Gespräche in Kairo daraufhin abgebrochen und wieder Ziele im Gazastreifen bombardiert. Nach israelischen Medienberichten vom frühen Montagmorgen unter Berufung auf ägyptische Quellen ist die israelische Delegation bereits vor dem Beginn der Feuerpause in Kairo eingetroffen.

Wenige Stunden zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Land auf einen langen Kampf gegen die palästinensischen Milizen im Gazastreifen eingestimmt. Regierung und Streitkräfte würden sich weiter „für eine Veränderung der Realität und Ruhe für all seine Bürger einsetzen“, erklärte der Regierungschef zum Auftakt einer Kabinettssitzung. „Das wird Zeit beanspruchen“, fügte er hinzu.

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