Gaza-Krise: Israel soll Waffenruhe gebrochen haben

Gaza-Krise: Israel soll Waffenruhe gebrochen haben

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Im Gaza-Konflikt gehen die Kämpfe weiter.

Israel soll seine einseitige Waffenruhe gebrochen haben. Die Palästinenser werfen der israelischen Luftwaffe vor, ein Flüchtlingslager beschossen zu haben. Bei einem Attentat in Westjerusalem kam ein Israeli ums Leben.

Im Gaza-Konflikt ist ein neuer Vorstoß für eine Feuerpause gescheitert. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in dem Palästinenser-Gebiet warf der israelischen Luftwaffe vor, unmittelbar nach Beginn der angekündigten Waffenruhe um 09.00 Uhr (MESZ) ein Flüchtlingslager bombardiert zu haben. Dabei sollen ein achtjähriges Mädchen getötet und 29 Menschen verletzt worden sein. Eine Sprecherin der Armee hielt Kämpfern der radikalislamischen Hamas vor, vier Raketen auf Israel abgeschossen zu haben. Zwei schlugen auf israelischem Territorium ein, richteten aber keinen Schaden an. In Jerusalem starb ein Israeli bei einem Anschlag auf einen Bus.

Israel hatte eine auf sieben Stunden begrenzte Feuerpause verkündet, um humanitäre Hilfen zu ermöglichen. Allerdings nahm sie die Stadt Rafah davon aus. Dort setzte das Militär seinen Einsatz fort. In Rafah war bereits am Freitag eine frühere Feuerpause gebrochen worden. Dabei gerieten mehrere Soldaten in einen Hinterhalt. Dies war für Israel auch ein Grund, an Verhandlungen über einen Waffenstillstand nicht teilzunehmen, die Ägypten vermittelt hat. Die erste Gesprächsrunde mit Teilnehmern der Hamas und des Islamischen Dschihads in Kairo brachte kein greifbares Ergebnis.

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Humanitäre Feuerpause Israel erklärt siebenstündige Waffenruhe

Israel kündigt für den Großteil des Gazastreifens eine siebenstündige Waffenruhe an. Wird die Feuerpause auch von den militanten Palästinensern eingehalten? Israel droht: Wenn geschossen wird, erwidern wir das Feuer.

Israel kündigt für den Großteil des Gazastreifens eine siebenstündige Waffenruhe an. Wird die Feuerpause auch von den militanten Palästinensern eingehalten? Israel droht: Wenn geschossen wird, erwidern wir das Feuer. Quelle: AP

Seit dem Wochenende ziehen sich die Truppen aus den Wohngebieten in dem Küstenstreifen zurück. Israel hat nach eigenen Angaben eines seiner wichtigsten Kriegsziele erreicht: die Zerstörung der Tunnelsysteme, die Hamas-Kämpfer für ihre Angriffe nutzen. "Jeder Angriffstunnel den wir kennen, wurde zerstört", sagte das hochrangige Armee-Mitglied, Amos Gilad, im israelischen Rundfunk.

Attentat mit Bagger

In Jerusalem tötete der Fahrer einer schweren Baumaschine im Wohngebiet orthodoxer Juden einen Passanten und kippte danach mit dem Bagger-Arm einen Bus um, wobei er drei Menschen leicht verletzte. Die Polizei erschoss den Palästinenser. Zunächst war unklar, ob es sich um einen Einzeltäter oder ein Mitglied einer palästinensischen Gruppe handelte. In einem anderen Fall schoss ein Motorradfahrer auf einen Mann. Hier blieben die Hintergründe zunächst unklar.

Nach palästinensischen Angaben stieg die Zahl der Getöteten im Gazastreifen auf mehr 1800. Zudem soll rund ein Viertel der 1,8 Millionen Einwohner des Küstenstreifens aus ihren Häusern vertrieben worden sein. Rund 3000 Gebäude sollen nicht mehr stehen. Auf israelischer Seite wurden nach Regierungsangaben bislang 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Als Reaktion auf die Gaza-Krise will Großbritannien seine Rüstungsgeschäfte mit Israel überprüfen. Die Lage sei nun eine ganz andere als zum Zeitpunkt der Lizenz-Vereinbarungen.

Israel Gewalt ohne Ende im Nahen Osten

Während Hass und Gewalt zwischen Palästinensern und Israelis immer schlimmere Gestalt annehmen, konzentrieren sich die wirtschaftlich interessierten Israelis auf einen steuerpolitischen Streit.

Israelische Feuerwehrmänner Quelle: REUTERS

Die israelische Regierung befürchtet seit Beginn der Kämpfe im Gazastreifen Anfang Juli, dass diese auch auf das Westjordanland überspringen könnten. Dort stellt die Palästinenserbehörde unter Präsident Mahmud Abbas die Regierung, während im Gazastreifen die Hamas das Sagen hat.

Das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wies erneut Vorwürfe zurück, Israel gehe rücksichtslos gegen die Zivilbevölkerung vor. Am Sonntag waren bei der Bombardierung einer UN-Schule in Rafah zehn Menschen ums Leben gekommen. Das hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die UN-Einrichtungen würden von "Terroristen" genutzt, hieß es in einer Stellungnahme Israels. Nach UN-Angaben wurden in drei Schulen der Vereinten Nationen Raketen gefunden.

Weitere Artikel

Direkte Beteiligung der USA

Die US-Regierung und ihre Verbündeten sind nach Recherchen des Journalisten Glenn Greenwald direkt an Angriffen Israels in Nahost - wie aktuell in Gaza - beteiligt. Unterlagen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden zeigten, dass der US-Geheimdienst NSA seinen israelischen Pendant SIGINT National Unit (ISNU) seit Jahren verstärkt unterstütze, unter anderem bei der Überwachung und Zielerfassung von Palästinensern, schrieb Greenwald am Montag auf dem Onlineportal „The Intercept“. „In vielen Fällen haben die NSA und ISNU gemeinsam mit dem britischen und dem kanadischen Geheimdienst, GCHQ und CSEC, zusammengearbeitet.“ Dazu gehöre in mindestens einem Fall auch die verdeckte Zahlung an israelische Agenten.
„Die neuen Snowden-Dokumente machen eine entscheidende Tatsache deutlich: Die israelische Aggression wäre nicht möglich ohne die konstante, großzügige Unterstützung und den Schutz der US-Regierung, die bei diesen Angriffen alles andere als eine neutrale, friedensvermittelnde Partei ist“, schreibt Greenwald. Weder die NSA noch das GHCQ wollten sich auf Anfrage des Journalisten zu ihrer Zusammenarbeit mit Israel äußern.

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