Gbureks Geld-Geklimper: Das gigantische Experiment von Ben Bernanke

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Kolumne von Manfred Gburek

Der Chef der US-Notenbank hat wichtige Teile der amerikanischen Wirtschaftspolitik an sich gerissen; der Staat darf sich demnach weiter hoch verschulden. Geht sein Experiment schief, fehlen Alternativen und es droht Inflation.

Da hangeln sich die Amerikaner im alten Jahr auf den letzten Drücker mühsam zu einem faulen Kompromiss in Sachen Staatsfinanzierung durch, und als Dank dafür lassen Börsianer in Deutschland die Aktienkurse in die Höhe schießen. So haben jedenfalls die meisten Medien den Kursanstieg vom Mittwoch interpretiert, dem ersten Börsentag des neuen Jahres. Es war zwar schon immer problematisch, Börsentendenzen auf eine einzige Ursache zurückzuführen, aber dieses Mal war es mehr als das: eine totale Fehlinterpretation.

Der Kompromiss kurz vor der Silvesternacht würde, für sich allein genommen, im Fall der Realisierung den meisten Amerikanern – nicht nur den reichen, wie kolportiert wird - Steuererhöhungen bescheren. 2013 käme es zu einer mittelschweren Rezession, und die Schuldenobergrenze bliebe ein Wunschtraum. Also haben sich Demokraten und Republikaner ein Hintertürchen offen gelassen; es besteht darin, dass sie die Entscheidung über Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt auf die Monate Februar und März verschieben.

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Die Fiskalklippe ist umschifft. Vorerst. Der Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten ist ein Spiel auf Zeit.

Barack Obama Quelle: REUTERS

Der unaufhaltsame Schuldenanstieg

Dumm nur, dass sie an die Ausgaben heran müssen, denn Einnahmen lassen sich bei Weitem nicht so präzise planen. Doch ausgerechnet in diesem Punkt sind sich Demokraten und Republikaner geradezu spinnefeind: Während die einen die Sozialausgaben am liebsten unangetastet lassen möchten, wollen die anderen gerade hier die Schere ansetzen. Während die einen alle nach ihrer Definition Reichen höher besteuern möchten, definieren die anderen den Reichtum nach eigenem Gusto, und so weiter. Das alles wird die Börsianer nicht allein in den USA mindestens bis Februar/März verunsichern, wenn nicht sogar darüber hinaus.

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Quelle: Fotolia

Die öffentlichen Schulden der USA (Zentralstaat, Länder, Gemeinden, Kommunen, Sozialversicherungen) betragen – Stand Ende November 2012 – laut US Department of the Treasury 16,4 Billionen (amerikanisch: Trillion) Dollar. Ein Jahr zuvor beliefen sie sich auf 15,1 Billionen Dollar. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 1,3 Billionen Dollar oder 8,6 Prozent, und das in nur einem Jahr. Der Anstieg war ohne allzu große Schwankungen stetig, im Klartext: unaufhaltsam.

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