Gbureks Geld-Geklimper: Die große Währungsmanipulation

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Mal ist der Euro angeschlagen, mal der Dollar. Das ist kein Zufall. Am Ende werden beide Währungen, gemessen an Edelmetallen und Rohstoffen, viel weniger wert sein als heute.

Die USA drucken unvermindert Geld, ihre Wirtschaftsdaten sehen trotz der einen oder anderen Erholung insgesamt schlecht aus, und dennoch hat der Dollar zuletzt gegenüber dem Euro einen rasanten Spurt eingelegt. Wie reimt sich das zusammen? Ganz einfach, der amerikanische Staat braucht sehr viel Geld, um die demnächst auslaufenden alten Schulden durch neue zu ersetzen; das ist 2011 über eine Billion (1000 Milliarden) Dollar. Zu diesem Zweck wird der Dollar aufgehübscht, damit China, Japan, die OPEC-Länder, Deutschland und andere Abnehmer von US-Staatsanleihen in Kauflaune bleiben.

Der Dollar wird mal wieder hochmanipuliert

Wie geht das? Auch ganz einfach: Indem erst Griechenland, dann Irland, jetzt Portugal, Spanien, Italien und sogar Belgien mithilfe der Medien und Ratingagenturen schlechtgemacht werden. Typisch dafür ist die zuletzt von mehreren Medien verbreitete Meldung, die Ratingagentur Standard & Poor's erwäge die Herabstufung der Bonität Portugals. Also wird allein schon die Möglichkeit einer schlechteren Bonitätsnote in die Welt hinausposaunt, als handle es sich um eine Tatsache. Bezeichnend ist, dass die Attacken nicht etwa gegen das wieder erstarkte Gold gerichtet sind (wie in den 90er Jahren üblich), sondern gegen Euro-Länder und damit gegen den Euro. Das lässt den Dollar imposant erscheinen – ohne dass er das wirklich ist, was sich ja eindeutig aus seiner weniger überzeugenden Entwicklung gegenüber Yen und Schweizer Franken ergibt.

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Der Euro rangiert als Reservewährung, lässt man Gold außer Betracht, inzwischen international gleich hinter dem Dollar. Nachdem der Euro aus der Taufe gehoben worden war, erschien er den Amerikanern noch nicht als Bedrohung. Denn ihre Währung sah in Bezug auf das Volumen wie ein Schwer- im Vergleich zum Fliegengewichtler aus. Doch nach den anschließenden Schwächeanfällen des Dollars bis zum Frühjahr 2008 mussten sie befürchten, dass er nicht nur als Reservewährung, sondern auch als Verrechnungseinheit im Öl- und sonstigen Rohstoffhandel an Bedeutung verlieren könnte. Folglich ersannen sie ein System, das sich am besten mit den Worten des kanadischen Nobelpreisträgers Robert Mundell beschreiben lässt: Die USA können den Wert des Dollars im Vergleich zu anderen Währungen immer dahin manipulieren, wo sie ihn haben wollen.

Einflussreiche Mitspieler

Wie sie das im Einzelnen machen, war am besten während der Krisenwochen aus Anlass der Griechenland- und Irland-Turbulenzen zu erkennen. Da wurden auf einmal längst bekannte Probleme so aufgebauscht, dass die Medien über sie berichten mussten, ob sie wollten oder nicht. Dazu ein paar Fernsehbilder erst von Straßenschlachten in Athen, dann von protestierenden Iren – und  jetzt von randalierenden Studenten in Italien, denen demnächst wahrscheinlich wieder Franzosen folgen werden, die gegen die Rente mit 62 sind. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn einflussreiche Marktteilnehmer mitspielen, also Hedgefonds, Banken sowie ihre Einflüsterer aus Notenbanken und Politik.

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