
Angesichts der zunehmenden Gefahren durch die Eurokrise will Großbritannien sein Bankensystem mit Geld fluten. In einer koordinierten Aktion wollen Regierung und Zentralbank die Kreditvergabe ankurbeln, kündigte der Gouverneur der britischen Notenbank Bank of England, Mervyn King, am Donnerstagabend bei einer Rede vor Bankiers in der Londoner City an.
In wenigen Wochen werde man ein entsprechendes Programm auflegen, in dem die Banken Darlehen zu Zinsen unter Marktpreis erhalten sollen, damit sie so mehr Kredite an Unternehmen und Verbraucher ausgeben können. Die Notenbank-Kredite würden mit einer Laufzeit von wahrscheinlich drei bis vier Jahren ausgestattet. Die Londoner „Times“ beziffert die Hilfen auf bis zu 100 Milliarden Pfund (123 Milliarden Euro).
Die Zentralbank werde zudem ihre Notfall-Liquiditäts-Hilfe aktivieren, die im Dezember geschaffen worden war. Gegen die Hinterlegung von Sicherheiten sollen die Banken Kapital für sechs Monate erhalten können. Mit dieser Operation sollen den Finanzinstituten mindestens fünf Milliarden Pfund pro Monat angeboten werden, ergänzte King.
Bild: dpaMan kann sich so herrlich über ihn aufregen
Der Euro ist ein „Teuro“, er führt in die Inflation und uns direkt ins Verderben. Egal, ob etwas dran ist, Fakt ist: Der Euro ist ein super Frustableiter. Wir können uns einfach super an ihm abarbeiten. Wer will da schon die grundsolide, langweilige D-Mark zurück!?
Bild: dpaAlles ist nur halb so teuer
Von wegen „Teuro“: Der Euro hat – dank seines Umrechnungskurses zur D-Mark – die Preise halbiert! So lässt sich der Energiepreisschock gerade noch ertragen. Oder würden Sie wirklich für einen Liter Super über 3,10 Mark ausgeben wollen!?
Bild: APSchluss mit dem wertlosen Urlaubs-Restgeld
Wer innerhalb der Eurozone verreist, kann bequem mit der Gemeinschaftswährung bezahlen. Lästiges Geldumtauschen entfällt. Und damit auch die Zeiten, in denen man zig Münzen aus dem Urlaub in Frankreich, Spanien oder Finnland mit nach Hause bringt und in die Schublade packt, weil man ja bestimmt bald wieder dorthin fährt. Tut man nicht – und wenn doch, vergisst man, vorher die Münzen aus der Schublade zu holen.
Bild: REUTERSDer Euro fördert das Kopfrechnen
Zum Jahreswechsel 2011/2012 gaben 72 Prozent der Deutschen in einer Umfrage an, dass sie noch immer die Preisangaben in Euro ab und an zur Kontrolle in D-Mark-Preise umrechnen. Zugegeben: Wir Deutschen haben es leicht, multiplizieren den angegebenen Preis einfach grob mal Zwei. Doch zumindest unsere Nachbarn in Frankreich, Italien und den Niederlanden werden beim Umrechnen richtig gefordert.
Bild: REUTERSSarrazin, Henkel und Co. wird nicht langweilig
Die Euro-Rebellen Thilo Sarrazin, Hans-Olaf Henkel oder Joachim Starbatty machen Stimmung gegen die Gemeinschaftswährung – und sorgen bei Verlagen und Fernsehshows für gute Geschäfte. Gleichzeitig diskutieren die Euro-Rebellen ein Thema, in dem sie sich auskennen. So müssen sie sich nicht länger ihren Kopf über Integration und Einwanderung zerbrechen.
Bild: REUTERS„Dann kaufe ich halt woanders“
Nie war es leichter, Preise zu vergleichen. Was kostet der Sprit in Österreich, was das iPhone in Griechenland – und wie viel verlangen die Niederländer für das neue Mountainbike? Der Euro schenkt uns Transparenz und die Wahl, direkt im Ausland einzukaufen oder beim Verkäufer vor Ort einen Preisnachlass auszuhandeln.
Bild: dpaEuropa redet miteinander
Gipfeltreffen im Vier-Wochen-Rhythmus, wöchentliche Staatsbesuche und fast tägliche Telefonkonferenzen: Mit der Einführung des Euro, insbesondere aber mit dem Ausbruch der Schuldenkrise, ist das politische Europa näher aneinandergerückt. Jedes Land in Europa schaut nun zuerst auf den Kontinent und dann auf sich. Zwischen Finnland und Griechenland wird nicht mehr übereinander, sondern auch miteinander geredet.
Bild: dpaVerschwörungstheorien boomen
Kennen auch Sie nervöse Kollegen, die ihre Euro-Banknoten ganz genau unter die Lupe nehmen? Die alle Scheine, deren Seriennummer mit „Y“ – gedruckt in Griechenland! – beginnen, ausgeben und die Scheine mit „X“ – seriöse Noten aus Deutschland! – behalten? Es ist das Werk der Verschwörungstheoretiker. Deren Theorien boomen. Auch wenn an den Gerüchten über wertlose Euro-Scheine aus Griechenland nichts dran ist: Gesprächsstoff liefern sie allemal.
Bild: dapdBundeskanzlerin Angela Merkel kann agieren, statt reagieren
Dank Euro-Krise hat die Bundeskanzlerin zumindest ein Politikfeld auf dem Sie punkten kann. Die Mehrheit der Bundesbürger ist mit der Arbeit der eisernen Kanzlerin in Brüssel zufrieden. Dort, fernab des heimischen Koalitionsstreits um Betreuungsgeld, Pkw-Maut und Pflegereform, kann sie endlich mal agieren, statt immer nur zu reagieren.
Bild: dpaDeutschland bekommt Geld zum Nulltarif
Berlin ist an den Finanzmärkten der Krisengewinner. Deutschland kann sich zurzeit faktisch zum Nulltarif frisches Kapital besorgen. Jüngster Höhepunkt war eine Versteigerung neuer Staatsanleihen: Ende Mai begab der Bund zum ersten Mal eine Schatzanweisung mit zwei Jahren Laufzeit, deren Kupon null Prozent betrug. Mit anderen Worten: Die neue Anleihe sieht keine Zinszahlungen vor. Berücksichtigt man darüber hinaus die Inflation, macht der Bund schon seit langem ein sehr gutes Geschäft mit seiner Kreditaufnahme.
Man kann sich so herrlich über ihn aufregen
Der Euro ist ein „Teuro“, er führt in die Inflation und uns direkt ins Verderben. Egal, ob etwas dran ist, Fakt ist: Der Euro ist ein super Frustableiter. Wir können uns einfach super an ihm abarbeiten. Wer will da schon die grundsolide, langweilige D-Mark zurück!?
Der Notenbankchef warnte in seiner Rede vor einer „schwarzen Wolke“, die über der Eurozone stehe. Die Notwendigkeit wachse, die britische Wirtschaft mit einem Stimulus-Programm zu unterstützen, nehme zu. Finanzminister George Osborne ergänzte auf derselben Veranstaltung: „Dies sind wirtschaftlich sehr schwere Zeiten – möglicherweise die schwerste für unseren Kontinent in Friedenszeiten“. Zusammen aber könne man „neue Feuerkraft aufbringen, um unsere Wirtschaft vor der Krise vor unserer Haustür zu verteidigen“.
Experten waren über die Aussagen Kings alarmiert. Sie zeigten, dass sich der Notenbanker in den vergangenen Wochen „zunehmend ernste Sorgen über den wirtschaftlichen Ausblick macht“, sagte Barclays-Ökonom Simon Hayes dem Finanznachrichtendienst Bloomberg.
Wirtschaft rutscht in die Rezession
Die Eurozone ist der größte Handelspartner Großbritanniens und die Probleme haben längst übergegriffen. Darüber hinaus sind britische Großbanken zum Teil stark in Euroländern engagiert. Die britische Wirtschaft war zuletzt in die Rezession zurückgerutscht. Um die Wirtschaft zu stützen, hatte die Bank of England ähnlich wie die US-Notenbank Fed in den vergangenen Jahren unter anderem Staatsanleihen in Höhe von 325 Milliarden Pfund (400 Milliarden Dollar) angekauft und den Leitzins auf historisch niedrige 0,5 Prozent gesenkt.
Bild: dapdDas Portemonnaie ist schwerer geworden
Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.
Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).
Bild: APLieb gewonnene Sprichwörter sind nicht mehr gültig
„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.“ Mit diesem Sprichwort bin ich aufgewachsen, der Satz gehörte zum Standardrepertoire meiner Großmutter. Mindestens ein Mal pro Woche hörte ich diese Weisheit. Als „Pfennigfuchser“ würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen. Eher als Zungenakrobat: „Bismarck biss Mark, bis Mark Bismarck biss“, geht mir problemlos über die Lippen. Und nun? Kennen Sie ein Sprichwort zum Euro – oder gar einen Zungenbrecher? Nein? Ich auch nicht.
Bild: dpaDie Zahl der Geldsammler hat sich erhöht
Der Euro hat mehr Menschen zum Sammeln von Geldmünzen bewegt. Zugegen: Es ist ein subjektives Gefühl, basierend auf Erfahrungen im Familien- und Bekanntenkreis – aber auch aus Zeitschriften- und Schreibwarenladen, in denen seit der Euro-Einführung plötzlich Sammelbücher für Münzen ausliegen. Mit fatalen Folgen.
Vor jedem Urlaub ertönt die obligatorische Frage: Bringst du mir Euro-Münzen mit? Mein Tipp: Sollten Sie insbesondere nach Rom oder Finnland reisen, erwähnen Sie es im Vorfeld nicht.
Bild: dpa/dpawebUnser Vermögen wurde halbiert
Mit der Währungsumstellung hat sich der Kontostand quasi halbiert. Wer 1998 noch 50.000 Deutsche Mark sein Eigen nennen durfte, sah auf seinem Kontoauszug wenige Monate später nur noch den Wert 25.000 Euro. So viel Geld verlieren Sparer nicht mal in Zeiten der Hyperinflation.
Bild: REUTERSDen politischen Talkshows gehen die Themen aus
„Brauchen wir den Euro wirklich? Thilo Sarrazin gegen Peer Steinbrück“, ist der Titel der Jauch-Sendung am Sonntag, 20. Mai. Drei Tage später fragt ARD-Kollegin Anne Will: „Spar-Angie gegen Spendier-François - das letzte Euro-Gefecht?“. Und am Donnerstag diskutiert Maybritt Illner mit ihren Gästen im ZDF die Frage „Alle pfeifen auf die Schulden – Wer hört noch auf die Kanzlerin?“. Einheitsbrei statt Themenvielfalt: Der Euro langweilt uns.
Bild: APDie Deutschen zahlen noch mit der Mark
Die Deutsche Mark gibt es noch. In den Vitrinen und Portemonnaies der Deutschen, auch wenn sie zehn Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds längst kein offizielles Zahlungsmittel mehr ist. Genug D-Mark- Scheine und -Münzen sind nämlich noch in Umlauf. Ende 2011 waren es nach Angaben der Bundesbank über 13 Milliarden Mark. Zumindest ein Teil davon landet in den knapp 500 Filialen der Modekette C&A. Dort nimmt man immer noch Scheine und Münzen entgegen. „Jeden Monat kaufen Kunden bei uns für rund 150 000 D-Mark ein. Mitunter kommen sie mit Säckchen voller Pfennige“, sagt Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes dem Tagesspiegel. Einen besseren Beweis gibt es nicht: Wir wollen und brauchen den Euro nicht.
Bild: dpaKeiner hat uns mehr lieb
Zugegeben, so richtig beliebt waren wir Deutschen in Europa viele Jahre nicht. Doch spätestens mit der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat sich unser Image deutlich verbessert. „Unser Stereotyp von den Deutschen war das von vorschriftengläubigen und humorlosen Bürokraten, die stur und rechthaberisch auf ihre knallharten Vorschriften pochen”, schrieb Jim White im Londoner Telegraph. „Was Zehntausende von Besuchern von überall her auf der Welt jedoch feststellen, war, wie überholt dieses Image ist. Denn was wir erlebten, war eine Nation, der nichts wichtiger war als eine gute Zeit“. Doch die Euro-Krise hat zu einem Aufflackern der alten Ressentiments geführt. Zumindest in Südeuropa hat uns Deutschen kaum noch jemand mehr lieb.
Bild: dpa/dpawebRegionalwährungen boomen
Deutschland könnte dank Euro zu einem monetären Flickenteppich werden: Mit dem Chiemgauer zahlt man in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein, mit der Bürgerblüte in Kassel und mit dem Roland in Bremen. Zugegeben, dass die Regionalwährungen den Euro irgendwann ersetzen, ist unwahrscheinlicher als die Einführung der Drachme in Deutschland. Doch die Parallelwährungen zeigen: Den Euro hat in zwischen Bremen und Rosenheim keiner so wirklich gerne.
Bild: dpaStillstand in Berlin
Für die Bundesregierung hat die Euro-Krise – zu Recht – oberste Priorität. Die Staats- und Regierungschefs und ihre Fachminister sind fast täglich in Kontakt, die Bundeskanzlerin gefällt sich in ihrer Rolle als Euro-Retterin. Die tägliche Arbeit in Deutschland vergisst die Regierung, viele Baustellen der schwarz-gelben Regierung bleiben unbearbeitet. Der Euro sorgt für Reformstau in Deutschland.
Bild: dpa/dpawebDer Euro sieht aus wie Spielgeld
Schauen Sie sich den Fünf-Euro-Schein mal an! Er sieht aus wie das Spielgeld bei Monopoly. Und fühlt sich genauso an.
Das Portemonnaie ist schwerer geworden
Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.
Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).
Die Notfallpläne der Bank of England reihen sich ein in die Vorbereitungen der wichtigsten Notenbanken der Welt, angesichts der bevorstehenden Wahl in Griechenland die globalen Finanzmärkte zu stabilisieren. „Die Zentralbanken bereiten sich auf eine koordinierte Aktion zur Bereitstellung von Liquidität vor“, sagte ein hochrangiger Vertreter der 20 wichtigsten Industrienationen (G20), der mit den Beratungen internationaler Finanzdiplomaten vertraut ist, am Abend der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei es, eine Kreditklemme zu verhindern. Bundesbank und EZB waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Die Finanzminister der Euro-Zone wollen zudem am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz über das Ergebnis der Griechenland-Wahl beraten. Das teilten zwei Eurozonen-Vertreter mit. Die Hauptsorge sei das Risiko von größeren Kapitalabflüssen, sollte sich die spar- und reformkritische radikale Linkspartei Syriza eindeutig durchsetzen. Der Ausgang der Parlamentswahl in Athen am Sonntag könnte Experten zufolge das Ende des Euro in Griechenland besiegeln, sollten sich die Spar- und Reformgegner durchsetzen. Ab Montag wollen die Staats- und Regierungschefs der G20 in Mexiko über die Folgen der Wahl und die Zukunft der Eurozone beraten.
Mit Material von Reuters und dapd














