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Gehaltsboni: Boni-Steuer: Franzosen und Briten auf Emo-Trip

von Christian Ramthun

Briten und Franzosen schmieden eine Entente Cordiale gegen Boni. Doch die Deutschen halten wenig von einer Sondersteuer, sie glauben an Vernunft und Einsicht der Banker.

Es war ein emotionaler Paukenschlag des britischen Premierministers Gordon Brown: Eine 50-prozentige Sondersteuer auf Bonuszahlungen für Bankangestellte ab 25.000 Pfund (27.000 Euro). Die Londoner City heult auf, das Volk jubelt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist elektrisiert und will in seinem Land auch eine Banker-Boni-Steuer einführen. Ja, Brown und Sarkozy wollen die gesamte EU mit einer noch nicht genauer definierten Boni-Steuer beglücken. Es ist eine überraschende Allianz angeblicher Angelsachsen-Liberaler und Pariser Etatisten. Es ist ein seltsames Projekt mit einer „charmanten Idee“, um ein Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu verwenden.

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Es spricht für die Nüchternheit der deutschen Regierung, nicht gleich bei diesem Emo-Tripp mitzumachen. Merkel wie ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble wollen lieber die Spielregeln ändern, als mit einer Strafsteuer zuzulangen. Ihnen geht es darum, die grundsätzlich vernünftigen Vergütungsanreize an längerfristige Erfolgsparameter zu knüpfen. Und es entspricht erst recht dem Wesen unserer sozialen Marktwirtschaft, dass sich nun die großen deutschen Bankhäuser selbst verpflichtet haben, nachhaltige Vergütungsstrukturen zu schaffen.

Schäuble hat darauf im Hintergrund gedrungen, er hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin den Banken zur Seite gestellt und sich dabei auf den großen Deutschen Immanuel Kant mit seiner Idee der subsidiären Vernunft und Einsicht berufen. Das sitzt: Kant statt Robespierre oder Cromwell!

Nun bleibt abzuwarten, wie ernst es den Briten und Franzosen mit ihrer Banker-Boni-Steuer ist. Ist es nur ein Gag, um Volkes Stimmung in Stimmen für die nächsten Wahlen umzumünzen? Und wie werden sich die anderen großen Industrieländer verhalten? Ein EU-weites, von Brüssel durchgesetztes Vorgehen scheint aussichtslos, da das Steuerrecht nach wie in nationaler Verantwortung steht. Nicht ganz uninteressant ist auch die Frage, ob die Top-Banker dann nicht lieber in andere Länder ohne Strafsteuer flüchten. Das beste an der aktuellen Diskussion ist aber, dass die Politiker das alte Vergütungssystem der Banker endlich auf den Müllhaufen werfen.

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.01.2010, 15:49 UhrAnonymer Benutzer: Manfred

    @ Johannes Rosendahl - Sie haben rein gar nichts verstanden. Was Sie da propagieren ist Absolutismus. Wo wollen Sie denn anfangen mit den berufsverboten. Wie wäre es mit Handyverkäufern, die ihren Kunden zu unpassenden Verträgen geraten haben ? Ein behörde muss her, die das reguliert ! Oder sollte man als Vorsorgemassnahme gleich das Mathematikstudium verbieten ? Stochastik- und Differentialgleichungen sind besonders böse. Dürfen nur noch Aktien verkauft werden, die 5% Rendite bringen? Alles andere ist doch betrug, oder ? Stalin hätte in ihnen einen guten Gefolgsmann gesehen. Die nötige Einfalt bringen Sie jedenfalls mit.

  • 01.01.2010, 19:27 UhrAnonymer Benutzer: Johannes Rosendahl

    Der Kinderglaube der deutschen Politiker an Vernunft und Einsicht der banker beschert uns nur wieder Milliarden an Schulden. Diesen Kinderglauben hatten unsere Politiker schon einmal nach der Wiedervereinigung. Wohin das geführt hat wissen wir alle. banker sind emotionslose Zahlenmenschen, die nur an ihrem persönlichen Erfolg arbeiten und nur darauf dressiert sind von ihnen abhängigen oder weniger informierten Menschen mit allen auch kriminellen Mitteln ihr Geld abzujagen.
    Wenn sie Vernunftsfähig gewesen wären, wäre es nie zu dieser Krise gekommen, aus der sie sich nur mit Steuergeldern retten könnten. Dafür dürfen sie nicht noch belohnt werden. Härteste Strafen wie berufsverbote, Entzug des Privatkapitals und Sozialarbeit wären notwendig um diese Herren vielleicht zur Raison bringen zu können.

  • 14.12.2009, 17:40 UhrAnonymer Benutzer: Ben Bernanke

    Unsere Politik ist nur für die Öffentlichkeit geheim. Sie wird mit gefälschten Statistiken und Pseudowirtschaftswissenschaft von korrumpierten instituten getäuscht.

    insider wissen vorher über alles genau bescheid, weil wir uns regelmässig austauschen und einigen auf einen gemeinsamen Kurs einigen. So werden wir gemeinsam reicher und mächtiger.

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