Geheimdienste: Weitere Hinweise auf iranisches Atomprogramm

Geheimdienste: Weitere Hinweise auf iranisches Atomprogramm

, aktualisiert 21. November 2011, 13:49 Uhr
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Das Gebäude der IAEA in Wien.

Quelle:Handelsblatt Online

Satellitenaufnahmen legen nahe, dass iranische Atomforscher offenbar ihre Spuren verwischen wollen. Die Bilder zeigen erhöhtes Verkehrsaufkommen rund um die verdächtige Anlage südwestlich von Teheran.

WienDie Hinweise auf eine militärische Dimension des iranischen Atomprogramms verdichten sich. Anfang des Monats hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Teheran in einem Bericht verdächtigt, geheime Experimente zum Bau von Nuklearwaffen durchzuführen. Jetzt haben die Geheimdienste mehrerer IAEA-Mitgliedstaaten nachgelegt.

Satellitenaufnahmen zeigten eine erhöhte Aktivität rund um eine Anlage, die Versuchen zum Bau von Atomwaffen dienen soll, sagten Gewährspersonen der Nachrichtenagentur AP. Offenbar versuche Teheran, das Gelände zu räumen und die Spuren der mutmaßlichen Experimente zu verwischen.

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Die Bilder stammten vom 4. und 5. November und zeigten ein ungewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen rund um die Anlage Parchin südwestlich der Hauptstadt Teheran, sagten Gewährsleute aus drei Mitgliedstaaten der IAEA unter Berufung auf die Geheimdienste ihrer Heimatländer. In dem Bericht vom 8. November hatte die IAEA nahe gelegt, dass iranische Wissenschaftler eine Metallkammer in Parchin für experimentelle Sprengungen im Zusammenhang mit einem militärischen Atomprogramm nutzten.

„Es wurden Lastwagen, Sattelschlepper und Kräne beobachtet“, hieß es in dem Bericht über die Satellitenbilder, der der AP vorliegt. „Ausrüstung und gefährliches Material wurde abtransportiert.“ Während eine Gewährsperson die erhöhte Aktivität als deutlichen Hinweis wertete, dass Iran die Spuren eines militärischen Atomprogramms zu verwischen versuche, erklärten seine Kollegen aus anderen IAEA-Staaten, dieser Schluss könne nicht eindeutig gezogen werden.

Die IAEA äußerte sich nicht zu den jüngsten Vorwürfen. Der iranische Vertreter bei der Organisation, Ali Asghar Soltanieh, bezeichnete den Bericht als „kindische Geschichte“ und nannte die Anschuldigungen „lächerlich“.


Besuch von stellvertretendem IAEA-Direktor vorerst abgesagt

2005 hatten Inspektoren der IAEA die Anlage in Parchin zweimal besucht. Sie dient der Entwicklung und Herstellung von Munition, Raketen und Sprengstoff. Bei zufälligen Kontrollen einiger Gebäude hatten die Experten damals nichts Verdächtiges gefunden. Ein ehemaliger Inspektor sagte der AP jedoch, die Anlage sei so groß, dass aus den Stichproben nicht geschlussfolgert werden könne, dass in der Anlage wirklich nicht an Atomwaffen geforscht werde.

Vor der Veröffentlichung des IAEA-Berichts hatte Iran am 30. Oktober den stellvertretenden IAEA-Direktor Herman Nackaerts zu Gesprächen in Teheran eingeladen. Am vergangenen Freitag sagte Soltanieh jedoch, der Besuch werde verschoben, wenn nicht sogar abgesagt. Er warf der IAEA vor, sie habe durch ihren Bericht den Besuch „vermasselt“.

Der Gouverneursrat der IAEA erklärte daraufhin, er sei „besorgt über die unbeantworteten Fragen bezüglich des iranischen Atomprogramms, darunter jene, die geklärt werden müssen, um die Existenz eines militärisches Programm auszuschließen.

Aufräumarbeiten vor Inspektionen der IAEA hat es im Iran immer wieder gegeben. So wurde vor fünf Jahren die Anlage Lawisan Schian im Norden des Landes vor einem Besuch der internationalen Atomexperten abgerissen. Teheran gab an, es sei schon länger geplant gewesen, auf dem Gelände einen Park anzulegen. Bei ihrem Besuch entdeckten die Inspektoren jedoch Spuren angereicherten Urans, wie es in atomaren Sprengköpfen verwendet wird.

Quelle:  Handelsblatt Online
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