Geldanlage: Der Dollar-Kurs gibt den Kick

Geldanlage: Der Dollar-Kurs gibt den Kick

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von Anton Riedl und Christof Schürmann

Wer rechtzeitig auf einen Anstieg des Dollar gegenüber dem Euro gesetzt hat, kassierte bis dato kräftig. So wird es zwar nicht weitergehen, aber Anlagen in der US-Währung lohnen immer noch.

Der Anstieg des Dollar gegenüber dem Euro kam mit Ansage. Wer sich als Anleger rechtzeitig in Dollar-Anleihen positioniert hat (WirtschaftsWoche 47/2014), sicherte sich nicht nur höhere Zinserträge als im Euro-Raum, sondern profitierte auch massiv von der Schwäche der Einheitswährung. So kassierten Anleger in Google-, Apple- oder McDonald’s-Papieren binnen vier Monaten zwischen 0,9 und 1,2 Prozent Zinsen. Das ist mehr, als die meisten Tagesgeldkonten binnen eines Jahres abwerfen. Dazu summieren sich 1,5 bis 3,4 Prozent Kursplus der Anleihen. Den entscheidenden Kick aber gibt der Euro-Dollar-Kurs, der den Ertrag der drei Anleihen auf jeweils rund 20 Prozent steigert – und das in vier Monaten!

Ähnlich die Entwicklung bei US-Aktien. So legte zum Beispiel der wichtigste Index der Welt, der S&P 500, in den vergangenen sechs Monaten nur um 3,5 Prozent zu, während der Deutsche Aktienindex (Dax) um 23 Prozent nach oben geschnellt ist. In Euro gerechnet, legten US-Aktien jedoch fast auf den Cent genauso stark zu wie der Dax.

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Anleger, die in US-Papieren wie Microsoft oder Procter & Gamble engagiert sind (WirtschaftsWoche 47/2014), sollten diese Papiere ebenso halten wie die empfohlenen Anleihen von Apple, Google und McDonald’s (ISIN US037833AR12, US38259PAB85, US58013MES98).

Der schwache Euro kann starke Zuwächse bescheren

  • Zertifikate

    Zertifikate (ohne feste Laufzeitgrenze) auf einen langfristigen Rückgang des Euro gegenüber dem Dollar (aktuell ist ein Euro = 1,06 Dollar)

    Quelle: Banken, Thomson Reuters

  • Für risikofreudige Investoren

    Euro-Dollar-Shortzertifikate für  risikofreudige Investoren

    Kurs (in Euro): 41,11

    Stoppkurs (in Euro): 35,20

    Funktion: Wandelt Verluste des Euro gegen den Dollar etwa mit 2,4-fachem Hebel in Gewinne um; sinkt Euro um 10 Prozent auf 0,95 Dollar, steigt Zertifikat um 20 bis 25 Prozent; Knockout-Schwelle (aktuell 1,4998 Dollar) liegt  41 Prozent über aktuellem Euro-Dollar-Kurs; Totalverlustgefahr wenig wahrscheinlich 

    Emittentin (Ausfallprämie): Deutsche Bank  (0,6 Prozent = geringes Ausfallrisiko)

    ISIN: DE000DT5CJA9

    Chance/Risiko: 8/7

  • Für Spekulanten

    Euro-Dollar-Faktor-Shorts für Spekulanten

    Kurs (in Euro): 23,50

    Stoppkurs (in Euro): 15,90

    Funktion: Steigt und fällt täglich fünfmal so stark wie der Euro gegen den Dollar; sinkt Euro an einem Tag um 1,5 Prozent, steigt Zertifikat um 7,5 Prozent; keine Knockout-Schwelle, dafür leichte Verluste in Seitwärtsphasen und hohe Verluste bei Erholung des Euro. 

    Emittentin (Ausfallprämie): Commerzbank  (0,7 Prozent = geringes Ausfallrisiko)

    ISIN: DE000CZ60BQ6

    Chance/Risiko: 10/9

Neueinsteiger sollten an Tagen von Dollar-Schwächen zugreifen, dabei aber bedenken, dass sie dies nicht am Anfang der Rally tun. Sie sichern sich aber mit den bis 2021 und 2024 laufenden Anleihen 2,2 bis 2,8 Prozent jährliche Rendite. Zum Vergleich: Anleihen von Dax-Konzernen wie Siemens oder BASF bringen über diese Laufzeiten in Euro ein Fünftel oder ein Drittel dieses Ertrags. Mit diesem Puffer lassen sich im Vergleich zu Euro-Anleihen sogar zweistellige Rückgänge des Dollar noch ausgleichen.

Vorsicht ist jedoch am US-Aktienmarkt geboten. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 ist mit derzeit 18,5 historisch hoch, die Dividendenrendite ist unter zwei Prozent gefallen, was nicht sonderlich attraktiv ist.

Fällt der Euro gegenüber dem Dollar weiter, kommen Zertifikate oder Optionen ins Spiel. Diese spekulativen Finanzinstrumente ermöglichen bei schwankenden Wechselkursen hohe Gewinne bei kleinem Einsatz. Dies gilt etwa für Euro-Dollar-Short-Zertifikate. Vorsicht jedoch: Diese Spekulationsvehikel können eine enorme Hebelwirkung entfalten. So sind die in WirtschaftsWoche 32/2014 vorgestellten Euro-Dollar-Shortoptionen (ISIN DE000DX9KUC1) in sieben Monaten um 580 Prozent gestiegen, obwohl der Euro in der gleichen Zeit nur um 21 Prozent gegenüber dem Dollar verloren hat.

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Diese Hebelwirkung ist das Problem für diejenigen, die jetzt neu mit Zertifikaten auf einen noch tieferen Euro wetten wollen. Denn nachdem der Euro elf Monate lang gesunken ist, könnte es aus dem Stand eine Gegenbewegung geben, ohne dass sich an den fundamental schlechten Aussichten für den Euro etwas ändert. Wer dann Papiere mit hoher Hebelwirkung einsetzt, kann im Handumdrehen Totalverlust erleiden.

Möglicher Ausweg für Euro-Pessimisten: Zertifikate so auswählen, dass sie selbst bei einer vorübergehenden Erholung des Euro im Rennen bleiben. Dann versprechen sie zwar keine Vervielfachung des Einsatzes mehr, bieten aber ein spekulatives Investment für den Euro, der in den nächsten Jahren gegenüber dem Dollar womöglich doch in Richtung 85 Cent abdriften kann.

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