Gemeinschaftswährung: Dem Euro läuft die Zeit davon

Gemeinschaftswährung: Dem Euro läuft die Zeit davon

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Verschwimmender Euro

von Silke Wettach

Erst Italien, nun wieder Irland: Die Euro-Krise hat eine neue Dimension erreicht. Die Politik versucht nach außen zu beruhigen. Doch hinter den Kulissen ist man sich einig: Die Situation ist ernst. Der Sondergipfel am Freitag muss ein eindeutiges Signal senden.

Unabhängige Ökonomen sprechen das aus, was Politiker nicht zu sagen wagen: Die Euro-Krise hat eine neue Qualität erreicht. „Europa steht vor der schwierigsten Situation in der Schuldenkrise seit Mai 2010“, urteilt Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank. Dass nun nach Griechenland, Irland und Portugal mit Italien das drittgrößte Mitgliedsland der Eurozone ins Visier der Investoren gerät, hat nach Einschätzung des renommierten belgischen Ökonomen Paul De Grauwe „das Potenzial das Fortbestehen des Euros zu bedrohen“. Und Irland, dass als erstes Land unter den Rettungsschirm musste, rückt nun plötzlich wieder in den Fokus - die Ratingagentur Moody´s fürchtet schon ein zweites neue Hilfsmaßnahmen und stufte die Bonität auf Ramschniveau ab

In Brüssel bemüht sich die Politik noch, das europäische Publikum zu beschwichtigen. Man müsse einen kühlen Kopf bewahren, mahnte heute morgen Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Er gab immerhin zu, dass die Situation „ernst“ sei. So ernst, dass am Freitag die 27 Staats- und Regierungschefs zu einem Sondergipfel zusammenkommen, um über die Zukunft des Euros zu beraten. In den europäischen Hauptstädten hat sich mittlerweile immerhin die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Lage nur durch ein eindeutiges Signal entschärfen lässt – wenn überhaupt.  Die bisherige Strategie in der Euro-Krise ist nicht aufgegangen.

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Leere Versprechungen

Die halbherzigen Entscheidungen der Euro-Finanzminister vom späten Montag Abend haben die Märkte in keiner Weise beeindruckt. Die Lauftzeitverlängerungen und Zinssenkungen der Hilfsprogramme für Griechenland, Irland und Portugal haben den Abwärtstrend, der am Freitag begann, nicht beendet. Der deutsche Aktienindex DAX schloss am Dienstag im Minus, der Euro fiel auf unter 1,40 Dollar. Zeitweise kam es zu regelrechten Panikverkäufen und Kursstürzen.

„Wir tun alles, um die finanzielle Stabilität der Eurozone zu sichern“, betonten die Finanzminister der Eurozone in ihrem Abschlussstatement. Doch die Beteuerung klingt wie eine leere Formel, schließlich gelang es den Ministern nach wie vor nicht, das zweite Rettungspaket für Griechenland zu verabschieden. Vor diesem Hintergrund erscheinen die beschlossenen Erleichterungen bei den Hilfsprogrammen wie kosmetische Veränderungen. Hinzu kommt, dass es noch nicht einmal klar ist, ab wann und in welchem Umfang die Erleichterungen gelten werden.

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