Gewalt in Ägypten: Die Zahl der Toten steigt auf elf

Gewalt in Ägypten: Die Zahl der Toten steigt auf elf

, aktualisiert 21. November 2011, 09:54 Uhr
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Ein verletzter Demonstrant nach Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Machtprobe zwischen Militär und Demonstranten in Ägypten wird immer blutiger. Bei gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende starben mindestens elf Menschen. Der Westen ist alarmiert.

KairoDie Zahl der Toten bei den schweren Ausschreitungen in Ägypten ist auf mindestens elf gestiegen. Hunderte weitere Menschen wurden verletzt. Demonstranten besetzten auch in der Nacht den Tahrir-Platz in Kairo, nachdem sie sich bis in den späten Sonntagabend Straßenkämpfe mit Sicherheitskräften geliefert hatten. „Wir gehen nirgendwo hin“, sagte eine der Demonstranten nachdem ägyptische Soldaten und Polizisten vergeblich versucht
hatten, die Menge von dem Platz zu vertreiben.

Am Sonntag, dem zweiten Tag der schwersten Unruhen seit Monaten, hatten die Sicherheitskräfte auf dem Tahrir-Platz Zelte von Protestierenden in Brand gesteckt und waren mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Tausende Menschen vorgegangen, die gegen den regierenden Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi protestierten.

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Der Militärrat hat wiederholt versprochen, die Macht Ende nächsten oder Anfang übernächsten Jahres an eine gewählte Regierung zu übergeben, aber bislang kein genaues Datum genannt. Den Demonstranten dauert das zu lang, sie werfen dem Militärrat vor, die Entscheidung unnötig in die Länge zu ziehen und fordern eine Machtübergabe direkt nach dem Ende der Präsidentschaftswahlen im März.

Die Europäische Union zeigte sich äußerst besorgt über die Entwicklung. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderte am Sonntagabend zu Ruhe und Mäßigung auf und verurteilte den Einsatz von Gewalt. Die Forderungen der Bürger, wonach der politische Übergang mit einer Wahrung der demokratischen Prinzipien verbunden sein müsse, müssten Gehör finden, erklärte sie in Brüssel. Außenminister Guido Westerwelle betonte: „Es ist von überragender Bedeutung, dass die in einer Woche anstehenden Parlamentswahlen in einem friedlichen und geordneten Umfeld stattfinden können.“

Angesichts der Ereignisse in Kairo gingen in der Hafenstadt Alexandria ebenfalls Kritiker des Militärrats auf die Straße. Am frühen Sonntagmorgen schossen Heckenschützen in eine Menge, die vor dem Gebäude des Sicherheitsdienstes demonstrierte, wie Augenzeugen der Zeitung „Al-Ahram“ berichteten. Dabei sei ein Mann getötet worden. Die Augenzeugen gaben an, dass scharfe Munition verwendet wurde. Das Innenministerium dementierte.

Der Tahrir-Platz in Kairo war auch zum Jahresbeginn das Zentrum der landesweiten Massenproteste, die am 11. Februar zur Entmachtung des damaligen Präsidenten Husni Mubarak führten. Seitdem ist der Militärrat an der Macht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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