Giftiges Sarin-Gas eingesetzt: Syrien überschreitet Obamas "Rote Linie"

Giftiges Sarin-Gas eingesetzt: Syrien überschreitet Obamas "Rote Linie"

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US-Präsident Barack Obama gestikuliert bei einer Rede im Weißen Haus. Nach der Bestätigung von Giftgaseinsatz in Syrien sind alle Augen auf die USA gerichtet.

Nach langem Zögern bestätigt die US-Regierung den Einsatz von Sarin und anderen tödlichen Kampfstoffen durch das Regime in Syrien. Jetzt will Washington die Rebellen militärisch unterstützen.

Die „Rote Linie“ im syrischen Bürgerkrieg ist überschritten. Doch das, was dahinter kommt, lassen die USA im Dunkeln. Pünktlich zum G8-Gipfel räumt das Weiße Haus erstmals alle Zweifel darüber aus, dass Machthaber Baschar al-Assad tödliches Giftgas gegen die Aufständischen eingesetzt hat. Das Maß ist voll.

Doch der Eiertanz um die Rote Karte, die Obama dem Herrscher in Damaskus bereits vor Monaten angedroht hatte, hat damit kein Ende: Der nämlich hängt davon ab, was Obama seinen Alliierten und auch Assads Verbündetem, Kremlchef Wladimir Putin, in Nordirland abringen kann.

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Fragen und Antworten zum giftigen Sarin-Gas

  • Was ist Sarin?

    Das Nervengas Sarin zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurden. Die Phosphorverbindung wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen.

  • Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Schon ein Milligramm Sarin kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

  • Seit wann gibt es Sarin?

    Das Gas wurde Ende der 1930er Jahre von deutschen Chemikern als Insektenvernichtungsmittel entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Kampfstoff produziert, aber nicht eingesetzt. Der Einsatz von Giftgas bei bewaffneten Konflikten gilt nach allen internationalen Konventionen als Kriegsverbrechen.

  • Besitzt Syrien große Mengen des Giftgases?

    Das Institut für Strategische Studien in London geht davon aus, dass Syrien seit den 1970er Jahren große Mengen Chemiewaffen produziert hat, darunter auch Sarin. Sein Arsenal gilt als das größte der Region und das viertgrößte weltweit. Sicherheitsexperten befürchten, dass das Giftgas von dort in die Hände von Terroristen gelangen könnte.

  • Gab es schon Terrorakte mit Sarin?

    Bereits 1995 war Sarin bei einem Anschlag eingesetzt worden. Die Aum-Sekte tötete damals mit dem Gas in Tokios U-Bahn zwölf Menschen, Tausende wurden verletzt.

Militärische Unterstützung der Rebellen ja, Flugverbotszone vielleicht - so das Fazit, das das Weiße Haus nach Aussagen von Obamas stellvertretendem Sicherheitsberater Ben Rhodes zieht. „Wir haben noch nicht über eine Flugverbotszone entschieden“, so Rhodes. „Das Beste, was wir tun können, ist, den Oppositionellen am Boden zu helfen.“

Wie genau das aussehen soll, ist unklar. Und auch, wieviel Neues diese vermeintliche Neuigkeit tatsächlich enthält.

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ autorisierte Obama seinen Auslandsgeheimdienst CIA bereits, die Rebellen und ihre Verbündeten mit Waffen zu beliefern. Doch Spekulationen über von den USA gedeckten Waffenlieferungen aus alten Beständen des Balkan-Kriegs halten sich in Insiderkreisen seit langem.

Auch an der Ausbildung syrischer Rebellen in Jordanien beteiligten sich die USA. Eine Einheit mit US-Amphibienschiffen, heißt es, solle weiterhin vor der Küste des Bürgerkriegslands parat stehen.

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