Gipfeltreffen: Erster G8-Tag: Turbulenzen und Skandälchen

Gipfeltreffen: Erster G8-Tag: Turbulenzen und Skandälchen

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Kommt nicht besonders gut weg: Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi

Während Gastgeber, Ministerpräsident Silvio Berlusconi, vor Beginn noch „gute Vorzeichen“ für den Gipfel in L'Aquila zu erkennen glaubte, motzten amerikanische und britische Medien über schlechte Organisation und mangelnde Visionen. Als dann noch morgens leicht die Erde bebte und der chinesische Präsident überstürzt abreisen musste, fehlte nur noch ein Skandälchen am Rande. Und das ließ nicht lange auf sich warten.

Das Medienecho fiel schon vor Beginn des Gipfeltreffens mies aus. Richard Gowan vom Center on International Cooperation an der New York University kritisierte nach Angaben des „Guardian“: „Die Vorbereitungen Italiens für den Gipfel waren von Anfang bis Ende chaotisch.“ Außerdem hätten die Amerikaner in letzter Minute die Führung übernehmen müssen, um dem Treffen inhaltliche Bedeutung zu geben. Die italienische Regierung hätte seit Januar gesagt, dass sie keine Vision für das Treffen habe, sagte Gowan.

Der Sprecher des italienischen Außenministeriums, Maurizio Massari, hielt dagegen, es habe zwar eine organisatorische Initiative der USA gegeben, aber nicht für die Vorbereitung der G8-Agenda, sondern für den G20-Gipfel im September. Der findet zwar in den USA statt, wird aber von Großbritannien ausgerichtet.

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G8 nicht mehr genug

Die „New York Times“ ist genauso unzufrieden wie die britischen Blätter: Die laxe Planung des Treffens und die politische Schwäche vieler Staats- und Regierungschefs ließen wenig Raum für Optimismus, hieß es dort. Wenn sich Zeit- und Arbeitsaufwand noch lohnen solle, müsse US-Präsident Barack Obama die Führung übernehmen.

Unterdessen braut sich vor Ort ein Skandälchen zusammen – wieder mal wegen der US-Pressemappen. Dort werden (fast) alle Teilnehmer ausführlich vorgestellt, Bundeskanzlerin Merkel sind anderthalb Seiten gewidmet, dem Ministerpräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan sogar zweieinhalb.

Nur Gastgeber Berlusconi soll in wenigen kargen Worte abgehandelt sein: Er wird als „Italiener, Politiker, Unternehmer, Ministerpräsident“ beschrieben, der Rest sind allgemeine Daten. Und die stammen zu allem Überfluss auch noch aus britischen und amerikanischen Medienquellen. Schon beim vorigen G8-Treffen im japanischen Toyako musste sich die USA für ihre Mappe entschuldigen. Damals wurde Berlusconi als Vertreter eines Landes dargestellt, „das bekannt ist für Korruption und Lasterhaftigkeit“. Der Regierungschef werde von vielen in seinem Land gehasst und als „politischer Dilettant“ angesehen, hieß es in den offiziellen Unterlagen.

Auch politisch sollen die Erwartungen an den Gipfel allseits eher niedrig sein. „Das G8-Format reicht nicht mehr aus“, sagte etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Regierungserklärung zum Gipfel. „Die Probleme, vor denen wir stehen, können von den Industriestaaten nicht mehr alleine gelöst werden.“

Auf Ergebnisse wartet man bisher denn auch vergeblich. Es kursiert zwar ein Entwurf zu einer Erklärung, in dem sich die G8-Staaten mit den großen Schwellenländern darauf verständigen, dass die Erderwärmung grundsätzlich nicht um mehr als zwei Grad zunehmen darf. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, ist dort nicht vermerkt. Auch die wirtschaftliche Lage bleibe weiterhin unsicher, heißt es dort. Man könne trotz einiger guter Anzeichen keine Entwarnung geben.

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