Gipfeltreffen: Moskau schließt Energie-Pakt mit Weißrussland

Gipfeltreffen: Moskau schließt Energie-Pakt mit Weißrussland

, aktualisiert 25. November 2011, 19:24 Uhr
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Russlands Präsident Dimitrij Medwedew (l.) und sein weißrussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko.

Quelle:Handelsblatt Online

Russland hat sich mit Weißrussland auf ein umfangreiches Energieabkommen geeinigt. Für den krisengebeutelten Nachbarn bedeutet das deutlich günstigere Gaspreise, für Moskau vor allem eines - mehr Einfluss.

Minsk/MoskauRussland und Weißrussland haben bei einem Gipfeltreffen in Moskau mehrere wegweisende Beschlüsse gefasst. Das berichteten russische und weißrussische Nachrichtenagenturen am Freitag. So soll der Preis für Erdgas, das der russische Konzern Gazprom nach Weißrussland liefert, im kommenden Jahr von derzeit 244 US-Dollar für 1.000 Kubikmeter Gas auf 164 Dollar sinken. In Westeuropa zahlen Gazprom-Kunden etwa 400 Dollar für 1.000 Kubikmeter.

Man räume seinen weißrussischen Freunden und Partnern einen erheblichen Preisnachlass ein, sagte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin am Freitag. Bis 2014 soll das Preisniveau weiter sinken und an die Kosten angeglichen werden, die Gazprom seinen Kunden innerhalb Russlands berechnet. Im Gegenzug übernimmt Gazprom den staatlichen weißrussischen Pipeline-Betreiber Beltransgaz. Der russische Energieminister Sergej Schmatko sagte am Freitag, der Vertragsabschluss bedeute das Ende der Energiekrise zwischen Russland und Weißrussland.

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Den Angaben zufolge stellte Russland dem Nachbarland außerdem einen Kredit von zehn Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Das Geld ist an die Finanzierung des ersten weißrussischen Atomkraftwerks gebunden, das russische Unternehmen bis 2018 in Ostrowez im Nordwesten des Landes errichten sollen. Die Präsidenten Dmitri Medwedew und Alexander Lukaschenko unterschrieben die entsprechenden Vereinbarungen noch am Nachmittag bei einem Treffen im Kreml.

Für Weißrussland, das eine schwere Wirtschaftskrise durchlebt und fast zahlungsunfähig ist, gelten die russischen Finanzhilfen als überlebenswichtig. Russland seinerseits verfolgt seit Langem das strategische Ziel, die Pipelineverbindungen für Gas nach Westeuropa unter seine Kontrolle zu bringen.

„Billiges Gas und Öl sind wie Drogen für die weißrussische Wirtschaft“, sagte der unabhängige Wirtschaftsanalyst Alexander Klaskowski in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Es sei ein Rettungsring für den Präsidenten Alexander Lukaschenko, der das Land in eine schwere Krise mit hundertprozentiger Inflation geführt habe.

Quelle:  Handelsblatt Online
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