Glenn Greenwald zu CIA-Folterbericht: "Washington will gar nicht wissen, was die CIA macht"

Glenn Greenwald zu CIA-Folterbericht: "Washington will gar nicht wissen, was die CIA macht"

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Der amerikanische Journalist Glenn Greenwald ist von den Foltermethoden der CIA wenig überrascht.

Der Bericht über CIA-Folter empört die Welt, Politiker geben sich bestürzt. Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald hält das für Heuchelei.

Die von einem Senatsbericht offengelegten CIA-Verhörmethoden nach dem 11. September 2001 haben in den USA Kritik von oberster Stelle und die Sorge vor antiamerikanischen Reaktionen im Ausland hervorgerufen. US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Taktiken nach der Veröffentlichung des Reports am Dienstag als „brutal“, „falsch“, „kontraproduktiv“ und „konstituierte Folter“.

Das empört den amerikanischen Journalisten Glenn Greenwald am meisten: Man habe lange von den Methoden der CIA gewusst - wenn auch nicht in allen Details. Ihn habe der Folterbericht keineswegs überrascht - nur die allgemeinen Reaktionen. Denn nun zeigten sich Medien und Politiker überrascht bis entsetzt. "So verhält sich Washington immer", sagt Greenwald in einem Interview mit dem Magazin Salon. Dieses Verhalten sei "korrupt, giftig und soziopathisch" - aber eben nichts Neues.

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Es gehöre zum guten Ton, dass niemand so genau wisse, was die CIA tut. "So will es Washington", sagt Greenwald. "Die CIA hat keine demokratischen Legitimierung - und das schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr", sagt er. Deshalb ärgere er sich so über die künstliche Aufregung über Alleingänge dieser Behörde. "Ja, sie führen andere Komitees in die Irre und lügen über das, was sie tun und sie tun all diese schrecklichen Dinge - aber nur, weil Washington es so will."

Die CIA sei dafür da, um die Schmutzarbeit zu erledigen, genaueres wolle niemand wissen. Erfährt man es doch - so wie im jetzigen Fall - sei das Geschrei groß. Mindestens so groß wie der Versuch, so zu tun, als habe die CIA ohne Befehl und ohne jegliches Wissen von oben gehandelt.

Die CIA hat - geht es nach den Aussagen der US-Politiker - quasi zum Spaß Menschen gequält. Denn kein einziges dieser Folter-Verhöre habe dafür gesorgt, dass Terroranschläge auf US-Einrichtungen verhindert wurden. Dieses sich gegenseitig die Schuld zuschieben müsse aufhören, so Greenwald.

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Ihn erinnere das jetzige Verhalten von amerikanischen Medien und Politikern an die Akteure der Nazizeit. Nachdem der Krieg vorbei und die KZs aufgelöst worden sind, wollte niemand etwas gewusst haben. "Man hat einfach so getan, als habe man nichts bemerkt, weil es zu unangenehm gewesen wäre, zuzugeben, dass man eine Mitschuld trägt."

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